Vlothoer Straße: Politik ist sich nicht einig
Chancen und Risiken einer Fahrradstraße

Herford (WB). Soll ein Teilstück der Vlothoer Straße zur Fahrradstraße umgewandelt werden oder nicht? Der Stadtrat entscheidet in der Sitzung am Freitag, 13. Dezember, über diese Frage. Es zeichnet sich eine Mehrheit aus SPD, Grüne und Linke ab, die für einen Probebetrieb als Fahrradstraße stimmen wird. CDU, Bürger für Herford und FDP sehen dies kritisch.

Samstag, 07.12.2019, 07:00 Uhr
Eine Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken will aus einem Teil der Vlothoer Straße eine Fahrradstraße machen. Foto: Moritz Winde

Radfahrer dürfen nebeneinander fahren

Fahrradstraßen sind grundsätzlich dem Radverkehr vorbehalten. Auf dem Teilstück an der Vlothoer Straße dürften auch weiterhin Autos rollen, allerdings lediglich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Und: Radfahrende haben auf Fahrradstraßen im Gegensatz zu anderen Straßen das Recht, jederzeit nebeneinander zu fahren. In Herford gibt es derzeit am Weddigenufer und in der Augustastraße echte Fahrradstraßen.

Das Teilstück, das zur Fahrradstraße umgestaltet werden soll, liegt zwischen der Kreuzung Stiftberg-/Marien-/Meierstraße und der Einmündung Stuckenbergstraße/Vlothoer Straße.

Die Botschaft, die hinter dem Vorschlag von SPD, Grünen und Linken steht, ist eindeutig. Weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zu mehr Straßenraum für Radfahrer und Fußgänger. Zugleich sollen mehr Menschen das Busangebot nutzen.

Neues Parkhaus auf dem Wentworth-Areal geplant

Die Vlothoer Straße gilt dabei als verkehrsreiche Straße in Herford. Die ursprünglichen Pläne der Verwaltung, die Straße breiter auszubauen, hingen auch mit der künftigen Entwicklung der beiden ehemaligen Kasernengeländen zusammen. Auf dem Wentworth-Gelände rechnet die Stadt mittlerweile mit über 1000 Studenten, Schülern und Arbeitern, die den Campus nutzen werden. Deshalb soll hier auch ein großzügiges Parkhaus gebaut werden. Auf dem Hammersmith-Areal sollen Häuser und Wohnungen für weitere 1000 Menschen gebaut werden.

Es sei zwar wichtig, dass das Gebiet auch verkehrstechnisch vernünftig erschlossen werde, sagte Herbert Even. Mit dem Beschlussvorschlag für den Rat soll aber eben eine deutliche Verlagerung des Verkehrsaufkommens bewirkt werden. In dem Zusammenhang hätte aus Sicht der Grünen auch die Kasernenmauer stehen bleiben können. Hier erteilte eine Mehrheit im Bauausschuss der Verwaltung allerdings den Auftrag, mit dem Amt für Denkmalschutz Verhandlungen aufzunehmen, um die Mauer zu entfernen.

Mauer soll abgerissen werden

Kritisch sieht die CDU den Antrag der anderen Parteien. „Über die Vlothoer Straße müssen täglich viele Schülerinnen und Schüler. Deshalb sind wir für eine Wegeführung, bei der der Autoverkehr vom Fahrradverkehr getrennt wird. Nur so erreichen wir mehr Sicherheit. Diese Trennung ist gewährleistet, wenn die Mauer entfernt wird“, sagte Hans-Henning Warnecke (CDU). Ähnlich äußerte sich Parteikollegin Marion Maw: „Die Mauer ist ein Relikt aus der Vergangenheit“. Als unnütze Barriere, die eher so wirke, als würde man die Nutzer des Campus einsperren, bewertet Hans-Jürgen Rühl (SPD) die Mauer. Auch er sprach sich für einen Abriss aus. Gleichwohl wolle man einen Probebetrieb Fahrradstraße starten.

Laut Andreas Jotzo (Bürger für Herford) ist das Teilstück zu kurz, als dass es als Fahrradstraße die gewünschte Wirkung entfalten könnte. Auch er fürchtet um die Sicherheit der Radfahrer. Christian Bäuerle (FDP) warb dafür, die Vlothoer Straße so zu belassen, wie sie derzeit ist. „Dadurch könnten wir viel Geld sparen.“

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