Krankenhäuser in Bünde und Herford wollen stärker kooperieren - Kommentar Notwendiger Schritt

Gerade einmal 20 Kilometer liegen zwischen dem Klinikum Herford und dem Lukas-Krankenhaus in Bünde. In Zeiten, in denen der wirtschaftliche Druck auf Krankenhäuser größer wird und auch in der Gesundheitswirtschaft ein Fachkräftemangel beklagt wird, ist es nur allzu verständlich, dass beide Häuser ihre Zusammenarbeit intensivieren.

Von Ralf Meistes
Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Moritz Winde

Aus Konkurrenten werden Partner

Den Schritt, aus ehemaligen Konkurrenten Partner zu machen , haben beide bereits im Juli 2017 eingeleitet. Nun sollen weitere Synergien genutzt werden. Dass es dabei immer auch um Kosteneinsparungen geht, liegt auf der Hand. Im Vordergrund muss aber die Frage stehen, was haben die Patienten davon? Es gehe darum, die bestmögliche medizinische Versorgung im Kreisgebiet für die kommenden Jahre sicherzustellen, wiederholt Landrat Jürgen Müller gebetsmühlenartig. Und so werden, auch das ist in der heutigen Krankenhauslandschaft nichts Neues, Schwerpunkte festgelegt. Jedes Krankenhaus spezialisiert sich auf einige Bereiche.

Ein Beispiel, wohin die Reise geht, ist die Pflegeschule. In Zukunft sollen auf dem Stiftberg die Pflegeschüler des Herz- und Diabetes-Zentrums Bad Oeynhausen, des Lukas-Krankenhauses und des Klinikums ausgebildet werden. Eine Kooperation zwischen den Herfordern und dem Kreis Lippe in diesem Bereich gibt es schon.

Kreis spendiert Hebammen das Studium

Doch nicht nur in den Krankenhäusern wird neu gedacht. Weil im Sommer der Kreißsaal im Klinikum Herford zeitweise geschlossen werden musste, da Hebammen fehlten, spendiert der Kreis zehn angehenden Hebammen ab Oktober 2020 das Studium. In Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstandes lässt sich der Kreis die Ausbildung der Hebammen in Herford einiges kosten. Voraussetzung: Die examinierten Hebammen arbeiten anschließend mindestens fünf Jahre im Kreisgebiet.

Und auch in Sachen Hausärztemangel sucht man nach neuen, ungewöhnlichen Lösungen. So gewährt die Stadt Löhne Hausärzten, die bereit sind, sich dort nieder zu lassen, ein zinsloses Darlehn in Höhe von 75.000 Euro. Der Kreis Herford gibt noch einmal einen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro dazu, der nicht zurückgezahlt werden muss, falls der Hausarzt einige Bedingungen erfüllt.

Auch die jetzt beschlossene engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Krankenhäusern ist nur ein weiterer Trittstein auf dem Weg zu einer engeren Verzahnung beider Häuser. Es werden weitere Schritte folgen.

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