Herforder Polizisten erhalten Bodycams – Einsatz muss angekündigt werden
Mit der Kamera auf Streife

Herford (WB). Handschellen, Schlagstock, Pistole, Funkgerät, Pfefferspray – und jetzt auch Bodycam: Die Herforder Polizei gehört zu einer der ersten Behörden in Nordrhein-Westfalen, die standardmäßig mit den Kameras ausgestattet worden sind.

Freitag, 06.12.2019, 11:11 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 11:24 Uhr
Oberkommissar Jaroslaw Blewonska zeigt die Bodycam, die er an der Schulter trägt. Kritische Situationen können damit gefilmt werden. Auch der Ton wird aufgezeichnet. Foto: Moritz Winde

Sie sind gerade einmal so groß wie eine Zigarettenschachtel, ihr Gewicht ist nicht der Rede wert. Per Knopfdruck können die kleinen Helfer des amerikanischen Marktführers Axon eingeschaltet werden. „Die Einsätze dürfen aber nur in kritischen Situationen und mit vorheriger Ankündigung aufgezeichnet werden. So schreibt es das Polizeigesetz vor“, sagt Landrat Jürgen Müller.

Das heißt: Nicht jede Verkehrskontrolle wird von vorne herein aufgezeichnet. Trotzdem sei er überzeugt davon, dass die Kameras zur Sicherheit der Beamten beitragen werde. „Wer weiß, dass er gefilmt wird, überlegt sich, ob er zuschlägt“, hatte Innenminister Herbert Reul vor Kurzem erklärt.

Filme werden nach 14 Tagen gelöscht

Jeder Herforder Polizist, der auf Streife geht, klemmt sich die Bodycam an die Schulter. Derzeit seien 40 Exemplare in Betrieb, die Anzahl soll sich aber noch verdoppeln. Neben den Beamten im Wach- und Wechseldienst soll auch die Kripo von der neuen Technik profitieren.

Die HD-Kameras liefern nicht nur gestochen scharfe Bilder selbst bei schlechtem Licht, sondern zeichnen zudem den Ton auf. Oberkommissar Jaroslaw Blewonska (32) sagt: „Die Reaktionen der Kollegen ist durchweg positiv. Aber natürlich müssen wir erst einmal Erfahrungen damit sammeln. Wir müssen lernen, dass jetzt eine Kamera zur Ausrüstung gehört.“

Die Filme werden in den Behörden auf lokale Server übertragen. Nach zwei Wochen werden die Dateien automatisch gelöscht. „Es sei denn, sie sind als Beweismittel bei der Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten erforderlich“, sagt Polizeichef Dirk Zühlke.

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