Klinikum Herford und Lukas-Krankenhaus: Pläne sollen frühestens in drei Jahren umgesetzt werden
Kliniken wollen stärker kooperieren

Herford/Bünde (WB). In die Klinik-Landschaft kommt Bewegung: Das Klinikum Herford und das Lukas-Krankenhaus Bünde wollen stärker zusammenarbeiten. Geplant ist unter anderem, medizinische Bereiche auf einen Standort zu konzentrieren. Es geht darum, effizienter zu arbeiten – sprich: Geld zu sparen.

Donnerstag, 05.12.2019, 11:24 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 13:34 Uhr
Das Herforder Klinikum. Foto: Moritz Winde

Am Mittwochabend wurde die neue Strategie den Mitgliedern des Kreisausschusses in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt. Am Donnerstagmorgen sollen die Mitarbeiter der beiden Häuser informiert werden, nachmittags dann die Presse.

Hintergrund der Kooperation ist in erster Linie der immense Kostendruck. Allein das Klinikum Herford schreibt jedes Jahr Verluste in Millionenhöhe, auch das Bünder Lukas-Krankenhaus soll defizitär wirtschaften. Zudem leidet die Medizin-Branche seit Jahren unter dem Fachkräftemangel. Mit der Zusammenarbeit sollen Synergien genutzt werden. Ob dies auch bedeutet, dass Personal eingespart werden soll, ist nicht bekannt.

10.000er-Marke geknackt

Nach Informationen dieser Zeitung soll es bei der Kooperation vor allem um eine Entlastung der OP-Kapazitäten im Klinikum gehen. Dort werden immer mehr Menschen operiert. Die Zahl der Eingriffe ist in vier Jahren um 12,4 Prozent gestiegen. 2018 wurde erstmals die 10.000er-Marke geknackt.

Das Lukas-Krankenhaus.

Das Lukas-Krankenhaus.

Das Problem dieses Rekords: Die räumlichen Kapazitäten sind erschöpft. Dem will man entgegenwirken, indem bestimmte Eingriffe nur noch in Bünde vorgenommen werden. Es sollen medizinische Schwerpunkte gesetzt werden, die Abläufe sollen schlanker und damit professioneller werden. Letztlich soll es darum gehen, beide Krankenhäuser zu stärken – und wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Die Umsetzung der Pläne wird jedoch nicht von heute auf morgen geschehen. Geplant soll ein Zeitfenster zwischen drei und fünf Jahren sein. Das Land Nordrhein-Westfalen, das Kartellamt und natürlich die Kreispolitiker müssen zustimmen. Die rechtlichen Hürden sind vergleichsweise hoch, da der Kreis Herford lediglich 25,1 Prozent der Anteil am Bünder Haus hält.

Im Klinikum Herford mit 800 Betten arbeiten 2000 Mitarbeiter, im Bünder Lukas-Krankenhaus mit 345 Betten sind 700 Frauen und Männer beschäftigt.

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