Mine K. soll Kampfeinsatz ihres Mannes mit Haushaltsführung unterstützt haben Drei Jahre und neun Monate Haft für Frau eines IS-Kämpfers aus Herford

Düsseldorf (WB/dpa). Eine 47-jähriger Kölnerin, Frau eines IS-Kämpfers aus Herford, ist als IS-Terroristin und Kriegsverbrecherin zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

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Symbolbild. Foto: dpa

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die Syrien-Rückkehrerin am Mittwoch schuldig und folgte dem Strafantrag der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert. 

47-Jährige seit August vor Gericht

Die 47-Jährige aus Köln musste sich seit August in Düsseldorf vor Gericht verantworten – wegen IS-Mitgliedschaft und Kriegsverbrechen gegen das Eigentum der irakischen Zivilbevölkerung.

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe für die Syrien-Rückkehrerin gefordert. Mine K. sei „selbstbestimmt“ nach Syrien gereist und habe sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ angeschlossen, sagten die Staatsanwälte am Mittwoch in ihren Plädoyers am Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Die Verteidiger argumentierten, Mine K. habe schon wenige Tage nach ihrer Ankunft in Syrien zurückkehren wollen. Dass sie im Haushalt eines IS-Kämpfers gekocht und geputzt habe, reiche nicht, um sie als IS-Terroristin zu verurteilen, so die Verteidigung.

Das sei zu kurz gedacht, so das Gericht: Es gebe keine Zweifel daran, dass Mine K. aus Deutschland ausgereist sei, um sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anzuschließen. Mehrfach habe sie über soziale Medien ihre Verbundenheit mit der Terrormiliz bekundet.

Den Kampfeinsatz des Mannes unterstützt

Die Kölnerin Mine K. habe mit der Haushaltsführung den Kampfeinsatz ihres Mannes unterstützt, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie soll zuvor nach islamischem Recht den in der Türkei lebenden IS-Kämpfer aus Herford per Videotelefonie geheiratet haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte angeführt, dass die Kölnerin im Internet sogar ihre Sympathie für die islamistischen Attentäter bekundet hatte, die die Redaktion des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo heimgesucht hatten.

Die Kölnerin sei mit ihrem damals neunjährigen Sohn aus erster Ehe nach Syrien gereist und habe dort zwischenzeitlich auch ein Haus bewohnt, das ihr der IS zugeteilt hatte. Darin sah das Gericht ein Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung, der das Haus weggenommen worden war.

Verteidigung nannte Strafforderung „lebensfremd“

Die Verteidigung nannte die Strafforderung „lebensfremd“. Mine K. habe schon wenige Tage nach Ankunft in Syrien zurückkehren wollen. Dass sie im Haus gekocht und geputzt habe, reiche nicht, um sie zu verurteilen. Die Verteidiger forderten einen Freispruch.

Mine K. sagte unter Tränen: „Mir geht es nicht gut und es wird immer schlimmer.“ D ie 47-Jährige aus Köln sei an Brustkrebs erkrankt, so ihre Verteidigung : „Das Leben hat sie genug bestraft.“

Mine K. war 2015 nach Syrien ausgereist. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie 2018 festgenommen worden.

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