Polster und Pape arbeiten an Buch – Bürger können sich finanziell beteiligen
Wie die Straßen zu ihren Namen kamen

Herford (WB). Der eine ist Stadtführer, der andere promovierter Historiker. Und nicht immer sind sich Mathias Polster und Dr. Rainer Pape einig. Die damit verbundenen Diskussionen gehören dazu, wenn sie an einem neuen Buch über die Herforder Straßen und Plätze arbeiten. Am 16. Juni 2020 soll es erscheinen.

Donnerstag, 05.12.2019, 09:00 Uhr
Diskussion mit erhobenem Zeigefinger: Nicht immer sind sich die Autoren Dr. Rainer Pape (links) und Mathias Polster hinsichtlich der Herforder Straßennamen einig. Foto: Hartmut Horstmann

Pape lässt nicht locker

Bereits jetzt steht fest, dass sich die Autoren bis dann nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen müssen. Gibt es unterschiedliche Interpretationen, sollen diese nicht glatt gebügelt werden, sondern beide Versionen finden in dem Buch Erwähnung. So zum Beispiel im Fall der Jungfernstraße. Historiker Pape sagt, der Name leite sich von den Stiftsdamen ab.

Polster wiederum meint, der Straßenname habe mit dem Gelände zu tun. Dies heiße Jungfernkamp und lasse sich durch die vielen Libellen erklären, die noch heute am Ufer der Werre anzutreffen seien: „Früher wurden Libellen einfach nur Jungfern genannt.“ Doch der 93-jährige Historiker lässt nicht locker, erhebt den Zeigefinger und bekräftigt seine Sicht der Dinge: „Die Stiftsdamen hatten dort Ländereien.“

„Langweilig ist es woanders“ heißt ein früheres Buch von Mathias Polster. Dies scheint auch für das Zustandekommen der nächsten Produktion zuzutreffen. Es wird den Titel „Vom Aawiesenpark bis Zur Bleiche“ tragen und die Entwicklung von etwa 500 Straßen und Plätzen beschreiben, die seit dem Mittelalter entstanden sind. Dabei wollen die Autoren auch den Hintergrund der Benennungen darlegen.

Großes Archiv an Fotos

Ein solches Buch gebe es für Herford nicht, sagt Polster. Jedoch habe Rainer Pape im Remensnider Aufsätze zu verschiedenen Straßennamen verfasst. Und weil der Stadtführer nicht einfach abschreiben wollte, überredete er ihn zum gemeinsamen Projekt.

Etwa 1000 unentgeltliche Arbeitsstunden werden sie in das Buch investieren. In den meisten Fällen sind sich die beiden auch einig. Von 500 Straßen gebe es bei vielleicht zehn unterschiedliche Auffassungen, sagt Polster.

Doch auch derjenige, der sich für die Erklärungen der vielen Straßen und Plätze nicht so sehr interessiert, soll auf seine Kosten kommen. Der Stadtführer verspricht einen sehr großen Bildanteil.

So verfüge allein er über ein Archiv von etwa 200.000 Fotos aus Herford. Hinzu komme die Pape-Sammlung und der Bestand des Kommunalarchivs. Die meisten der Bilder seien vorher noch nicht zu sehen gewesen, betont Polster. Und weil sich im Herforder Straßenbild im Laufe der Jahrzehnte viel verändert hat, sollen aktuelle Fotos die historischen Aufnahmen ergänzen.

Startauflage von 600 Exemplaren

Geplant ist eine Startauflage von 600 Exemplaren, von denen 50 an Bibliotheken, Schulen und andere Einrichtungen verteilt werden. Der Rest kommt in den freien Verkauf. Um das Ganze finanzieren zu können, suchte Polster nach neuen Wegen. Getragen wird das Buch vom Verschönerungsverein Herford, der im kommenden Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Doch der Verein selbst kann die notwendige Summe nicht aufbringen.

Denn das Buch soll in DinA4-Größe in hoher Qualität gedruckt und gebunden werden – was in den Aufgabenbereich der Druckerei Brinkschmidt fällt. Da die Verantwortlichen von Kosten in Höhe von weit mehr als 10.000 Euro ausgehen, sollen sich die Bürger an der Finanzierung des Buches beteiligen. Und an diesem Punkt kommt die Volksbank mit einer Crowdfunding-Aktion ins Spiel.

Crowdfunding

Viele Fotos, hochwertiger Druck, eine Auflage von 600 Exemplaren – um das Buch preisgünstig anbieten zu können, wenden sich die Autoren an den Verschönerungsverein, der 150 Jahre alt wird. Um Bürger an der Finanzierung zu beteiligen, nutzt der Verein eine Crowdfunding-Plattform der Volksbank.

„Viele schaffen mehr“ heißt die Plattform, die helfen soll, Projekte zu realisieren, die sonst unmöglich wären. Hier können Interessierte Geldbeträge zur Verfügung stellen. Und wenn ein Spender mindestens zehn Euro gibt, gibt die Volksbank weitere zehn Euro hinzu. Weitere Informationen gibt es auf der Seite von „Viele schaffen mehr“.

Das Buch soll ab 16. Juni für 19.90 Euro erhältlich sein. Sollte mehr Geld eingegangen sein als notwendig ist, fließt der Betrag in das nächste Buchprojekt des Verschönerungsvereins. Die Abrechnung erfolgt transparent für alle Unterstützer. Sollte die Startauflage ausverkauft sein, könne in kleiner Auflage relativ kostengünstig nachgedruckt werden, sagt Sebastian Brinkschmidt von der Druckerei.

https://meinevolksbank.viele-schaffen-mehr.de/strassen-in-herford

 

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