Herforder Verwaltung geht von bis zu 2900 toten Ahorn-Bäumen aus – nur ein Teil wird gefällt Zahl der befallenen Bäume steigt

Herford (WB/ram). Erst war von einigen Hundert Bäumen die Rede, dann von 1000. Jetzt sind es bis zu 2900 Ahorn-Bäume, die von der Rußrindenkrankheit betroffen sind. Nicht alle müssen nach Auskunft der Stadtverwaltung gefällt werden. Aber alle seien tot.

Seit Monaten hängen Schilder der Stadt in den Wäldern am Homberg und in der Egge, die auf den Pilz hinweisen.
Seit Monaten hängen Schilder der Stadt in den Wäldern am Homberg und in der Egge, die auf den Pilz hinweisen. Foto: Winde

Zwei extrem trockene Sommer in Folge haben den Pilzbefall der Bäume befördert. Eingeatmete Sporen des aus Südamerika stammenden Pilzes können in Ausnahmefällen eine Lungenentzündung, Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost verursachen. Allerdings werde nur bei einem engen, intensiven Kontakt mit den Sporen eine Gefährdung der Gesundheit gesehen.

Waldarbeiter besonders gefährdet

Besonders gefährdet seien deshalb Mitarbeiter eines Sägewerks oder Waldarbeiter. Dennoch hatte die Stadt in den Wäldern auf dem Homberg, in der Egge und auf dem Langenberg Warnschilder aufgehängt. Das Betreten des Waldes ist seitdem nur auf eigene Gefahr möglich. Dies auch aus Gründen der Verkehrssicherheit, denn die Äste von befallenen Bäume können schneller abbrechen.

„Der Umgang mit der starken Ausbreitung der Krankheit wurde mit Experten des Kreises Herford, des Landesbetriebes Wald und Holz sowie dem Lehrstuhlvertreter für Gehölzpathologie und Mykologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK Göttingen) in den letzten Monaten intensiv erörtert“, schreibt die Verwaltung in einer Vorlage.

Am Beispiel von Probefällungen habe man nachvollziehen können, dass ein Teil der Infektionen an den Ahorn-Bäumen bereits 2018 bestand. Die äußerlich sichtbaren Symptome, eine rußige Schwarzfärbung, seien aber erst in diesem Jahr zutage getreten.

Holz soll grob zersägt werden

Um das Problem zu beseitigen, sollen befallene Bäume innerhalb eines 30-Meter-Puffers zu Wegen, Gebäuden und Außengrenzen des Waldes gefällt werden. Bäume, die lediglich leicht schüttere Kronen aufweisen, sollen zunächst erhalten werden. „Erst bei eindeutigen Symptomen (rußige Schwarzfärbung des Stammes/abblätternde Rinde) soll eine Fällung vorgenommen werden“, heißt es in der Vorlage. Das Holz soll grob zersägt und vor Ort abgelegt werden.

In der Nähe von Wohngebieten und dort, wo Erholungssuchende unterwegs sind, soll ein Teil des befallenen Holzes abtransportiert werden. Ein Teil des Stammholzes soll darüber hinaus testweise aus sensibleren Beständen herausgerückt, maschinell zerkleinert und als Mulchschicht zu Verrottungszwecken wissenschaftlich begleitet an anderen Stellen im Homberg eingebaut werden. Geplant ist hier eine Kooperation mit der Stadt Löhne, deren Bäume ebenfalls stark von der Rußrindenkrankheit betroffen sind.

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