Erwachsene stellen Mehrheit bei Demonstration durch die Innenstadt Auch Eltern haben Klimaangst

Herford (WB). „Nachhaltigkeit jetzt für unsere Enkel“ steht auf einem Plakat. Haben bislang junge Menschen die Fridays-for-future-Demos geprägt, sind am Freitag Eltern und Großeltern in der Mehrheit.

Von Bernd Bexte
Die gut 200 Teilnehmer der Klima-Demo zogen vom Bahnhof über den Gänsemarkt zum Münsterkirchplatz. Auf ihrem Weg legten sie kurzzeitig den Verkehr Auf der Freiheit (Foto) lahm.
Die gut 200 Teilnehmer der Klima-Demo zogen vom Bahnhof über den Gänsemarkt zum Münsterkirchplatz. Auf ihrem Weg legten sie kurzzeitig den Verkehr Auf der Freiheit (Foto) lahm. Foto: Bexte

Die heimische Fridays-for-future-Gruppe hat zur symbolträchtigen Zeit um fünf nach zwölf erneut zur Klima-Demo aufgerufen. Verbände wie der BUND und die Deutsche Friedensgesellschaft schließen sich an. Erstmalig ist auch die erst im Oktober gegründete Parents-for-future-Gruppe dabei. Und die Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter stellen dann auch die Mehrzahl der gut 200 Demonstrationsteilnehmer. „Toll, dass so viele mitmachen, Damit habe ich gar nicht gerechnet“, freut sich eine Teilnehmerin, selbst Mutter.

Verkehrsstau

Vom Bahnhof aus ziehen sie über die Go-Parc-Kreuzung, wo sie einen Verkehrsstau verursachen, der bei einigen Autofahrern sichtlichen Unmut auslöst. Über den Gänsemarkt und durch die Radewig geht es zur Abschlusskundgebung vor die Münsterkirche. Dort fordern Redner die Bundesregierung auf, beim Umsteuern in der Klimapolitik konsequenter vorzugehen. „Das ist doch kein Klimapaket!“, sagt Svenja Winkler von der Parents-for-future-Gruppe. Bernd Meier-Lammering von der Kreisgruppe des BUND fordert ein radikales Umsteuern: das Ende das Verbrennungsmotors, „aber keine E-SUVs“, eine angemessene, spürbare Besteuerung von CO 2 sowie intelligente Mobilitätskonzepte, die den Umstieg auf einen klimafreundlichen ÖPNV leicht machten.

Postkarten an Merkel

„Aber lasst Euch nicht von der Atomlobby einlullen, auch sie darf keine Rolle mehr spielen.“ Zudem fordert er jeden einzelnen auf, seinen Lebensstil auf Nachhaltigkeit zu hinterfragen. „Müssen wir jeden Tag Fleisch essen, muss der Computer immer laufen, obwohl wir ihn nicht nutzen?“ Am Rande der Demonstration verteilen Parents-for-future-Aktivisten rote Klimakarten. Mit der Postkarte sollen sich Bürger an Bundeskanzlerin Angela Merkel wenden und sie zu einem rascheren Handeln auffordern.

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