Nicht überall ist der Empfang gut, auch der Kreis sieht Verbesserungsbedarf Wenn das Funkloch nervt

Herford (WB). Wenn Bernd-Rudolf Schroeder mit dem Handy telefonieren will, hat er eigentlich nur in einem Winkel seines Büros einen ordentlichen Empfang. »Hier an der Langen Straße in Eickum ist der Empfang katastrophal, schon seit Jahren. Das ist hier ein einziges Funkloch«, sagt der Geschäftsführer einer Werbeartikelfirma.

Von Bernd Bexte
Laut Bundesnetzagentur ist der Kreis Herford kein Problemfall, wenn es um den Mobilfunk geht. Dennoch gibt es auch hier immer mal wieder Funklöcher. Der Kreis hält eine Verdichtung des Netzes für »erstrebenswert«.
Laut Bundesnetzagentur ist der Kreis Herford kein Problemfall, wenn es um den Mobilfunk geht. Dennoch gibt es auch hier immer mal wieder Funklöcher. Der Kreis hält eine Verdichtung des Netzes für »erstrebenswert«. Foto: Thomas F. Starke

Erst an der Herringhauser Straße seien kontinuierlich störungsfreie Mobilfunkgespräche wieder möglich. Der 69-Jährige ist Kunde der Telekom und hatte am Mittwoch die Berichterstattung dieser Zeitung über die Funklochkarte der Bundesnetzagentur gelesen.

4-G-Netz flächendeckend?

Demnach ist Herford flächendeckend mit dem 4G-Netz (LTE) abgedeckt – bis auf eine kleine Ausnahme an der Grenze zu Bad Salzuflen, wo nur ein 2G-Netz zur Verfügung steht. Dies ist einer von bundesweit 1200 Problemstandorten, die der Branchenverband Bitkom ausweist – der einzige im Kreis Herford. Laut Bitkom laufe ein Baugenehmigungsverfahren für einen Funkmast an der A2, der die Probleme abstellen soll.

Basis der Funklochkarte sind Daten von Nutzern der Breitbandmessung-App, besser bekannt als Funkloch-App. Demnach sind auch in Enger und Spenge sowie in Rödinghausen einige Bereiche nur mit 2- oder 3-G-Netzen versorgt.

Also ist in Herford und Umgebung bis auf wenige Ausnahmen alles bestens? Bei der Karte handele es sich wohl eher um einen repräsentativen Überblick, der aber nicht vollständig sein könne, gibt Birgit Rehberg zu bedenken. Die Abteilungsleiterin Kreisentwicklung ist unter anderem für die digitale Versorgung des Kreises zuständig. »Der Kreis Herford hat hier aber im Vergleich zu ländlicheren Regionen keine nennenswerten Probleme. Sicher gibt es Gebiete, in denen die Geschwindigkeiten nur sehr langsam sind, aber regelrechte Funklöcher werden die Seltenheit sein.«

»Deutlicher Verbesserungsbedarf«

Natürlich gebe es noch »deutlichen Verbesserungsbedarf«, aber nicht jeder Nutzer verfüge über Verträge, die eine 4G-Nutzung erst ermöglichten. »Das Netz zu verdichten ist also erstrebenswert«, sagt Rehberg. Wie berichtet, will der Bund 1,1 Milliarden Euro bis 2024 zur Verfügung stellen, um Löcher im Mobilfunknetz zu schließen, die die Anbieter offen lassen. Der Eickumer Unternehmer Bernd-Rudolf Schroeder hofft, dass dies kein frommer Wunsch bleibt. »An meinem Handyvertrag kann es jedenfalls nicht liegen, ich habe LTE, also 4G gebucht.«

Mehr Einflussmöglichkeiten hat der Kreis übrigens beim Breitbandausbau für schnelle Internetverbindungen. Er koordiniert für alle neun Kommunen den geförderten Netzausbau. Förderfähig sind Haushalte, bei denen nicht mindestens 30 MBit/s ankommen. »Kreisweit sind das etwa 6500«, sagt Rehberg. Das seien fünf Prozent aller Haushalte. Hinzu kommen etwa 1000 Gewerbebetriebe sowie 60 Schulen. Das Ausschreibungsverfahren für den Ausbau laufe derzeit.

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