Nachbarschaft der Grundschule Radewig in Herford fühlt sich nicht ausreichend informiert
Fragen zum Bildungshaus

Herford (WB). Es geht um ein Betreuungsangebot für Kinder in einem Stadtteil, in dem viele Familien mit wenig Geld auskommen müssen. Deshalb soll das geplante Bildungshaus an der Grundschule Radewig ein Anlaufpunkt für diese Familien werden. Allerdings fühlen sich etliche Anwohner bei der bisherigen Planung nicht mitgenommen und üben scharfe Kritik an der Stadtverwaltung.

Montag, 04.11.2019, 15:05 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 16:00 Uhr
Mit 564.000 Euro waren die Kosten für das geplante Bildungshaus an der Grundschule bisher angegeben. Die Verwaltung rechnet mit einer Landesförderung in Höhe von 500.000 Euro. Der städtische IAB hat Gesamtkosten von 680.000 Euro ermittelt. Foto: Moritz Winde

Am Montag wird im Schulausschuss über das geplante Bildungshaus auf dem Gelände der Grundschule Radewig informiert. Für 564.000 Euro soll laut Aussage der Verwaltung ein Gebäude als neuer Quartierstreff geschaffen werden. Dabei geht die Stadt von einer Landesförderung von mehr als 500.000 Euro für das Projekt aus. Der städtische Immobilien- und Abwasserbetrieb (IAB) hat Gesamtkosten von 680.000 Euro ermittelt.

Das Haus soll zentrale Anlaufstelle für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren und deren Familien sein. Die bisher im Mobilheim am Westring stattfindenden Angebote sollen ins Bildungshaus verlagert werden.

»Der Sozialraum Im Kleinen Felde ist von einer großen Zahl von Bürgern mit Migrationshintergrund sowie von hoher Armut geprägt«, hatte Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann während einer Versammlung mit Anwohnern erklärt. Das Ganze funktioniere allerdings nur, wenn das Bildungshaus in der Nähe des Schulstandorts errichtet werde. Nur unter diesen Bedingungen gebe es voraussichtlich die Fördergelder.

Warum das Bildungshaus nicht Im Kleinen Felde errichten?

Die Kritik etlicher Anwohner ist eindeutig: Die Stadt habe viel zu spät über die Pläne vor deren Haustür informiert. Außerdem sei die Lärmbelastung durch die Schule und die Nutzung der Sporthalle heute bereits erheblich. Mit dem Bildungshaus, so die Befürchtung, würde die Lärmbelastung noch zunehmen und die Wohnqualität gemindert. Der Vorschlag der Anwohner: Warum das Bildungshaus nicht auf einem freien Gelände Im Kleinen Felde errichten?

Diesbezüglich sollen bei Bürgermeister Tim Kähler bereits einige Schreiben eingegangen sein. Darin wird das bisher intransparente Verhalten der Verwaltung kritisiert. Zugleich wollen die Unterzeichner unter anderem wissen, welche Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Errichtung des Bildungshauses vorliegen und wie die Bedarfsermittlung für das geplante Bildungshaus aussieht.

Antworten auf diese Fragen, die Anfang Oktober bei der Stadtverwaltung eingegangen sein sollen, habe es bisher noch nicht gegeben. Mittlerweile gibt es auch eine Unterschriftenliste. Die Unterzeichner sprechen sich dafür aus, das Bildungshaus auf einer Fläche Im Kleinen Felde zu errichten.

Der öffentliche Teil der Schulausschuss-Sitzung, in der über das Projekt informiert wird, beginnt am Montag um 17 Uhr in der Mensa der Grundschule Obering.

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