Statt 400 sind weit über 1000 Ahornbäume in Herford betroffen – Fällarbeiten beginnen bald Rußrindenkrankheit noch viel schlimmer

Herford (WB). Der Befall heimischer Ahornbäume mit der auch für Menschen gefährlichen Rußrindenkrankheit ist weitaus größer als bislang angenommen: Nach Angaben der Stadt sind »weit über 1000« Bäume betroffen. Aber nur ein Teil soll nun gefällt werden.

Von Bernd Bexte

Mitte August hatte die Nachricht für Unruhe unter den Anwohnern des Hombergs gesorgt: Zahlreiche Ahornbäume des dortigen Waldes sind von der in der Region bislang unbekannten Rußrindenkrankheit befallen .

Die Pilzinfektion schädigt den Baum im schlimmsten Fall bis zum Absterben. Eingeatmete Sporen des aus Südamerika stammenden Pilzes können in Ausnahmefällen eine Lungenentzündung, Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost verursachen. Deshalb hatte die Stadt als Eigentümer des Forstes Warnschilder aufgehängt. Das Betreten des Waldes ist seitdem nur auf eigene Gefahr möglich. Von einer Sperrung sah die Stadt ab, denn nach Angaben des Forstamtes handele es sich um eine waldtypische Krankheit, vergleichbar mit einem morschen Ast, der jederzeit herunterfallen könne.

Heißer Sommer begünstigt Ausbreitung

Der heiße Sommer hatte die Ausbreitung des Pilzes begünstigt: Anfang September wurde die Rußrindenkrankheit auch bei Bäumen an der Höhenstraße diagnostiziert. Auch hier hängen seitdem Warnschilder. Bislang war von insgesamt etwa 400 betroffenen Bäumen die Rede. »Wir gehen aber davon aus, dass dies nur eine Momentaufnahme ist und sich die Krankheit weiter ausbreitet. Es könnte sein, dass wir im nächsten Jahr von tausenden kranken Bäume reden«, hatte Bauamtschef Dr. Peter Böhm Anfang September gesagt.

Doch die Bilanz fällt schon jetzt verheerender aus. »Wir haben uns die Ahornbäume in Herford angesehen und auf die Rußrindenerkrankung hin überprüft. Weit über 1000 Ahornbäume, vorwiegend Hombergwald und Egge, sind betroffen«, teilt Stadtsprecherin Susanne Körner mit.

Bislang nur vereinzelt Bäume entfernt

Vereinzelt seien Bäume – allerdings nur außerhalb des Waldes – bereits entfernt worden. »Im Hombergwald selbst wurde noch nicht gefällt.« Dort plane die Stadt »in den kommenden Wochen und Monaten« eine Fällung befallener Bäume im Abstand von 30 Metern zu den Anwohnern sowie entlang der Wege, um ein Risiko für Spaziergänger und Anlieger zu minimieren.

Wer diese Aufgabe erledigt, teilt die Stadt nicht mit. Für die SWK ist die Arbeit zu aufwendig. Nach Informationen des HERFORDER KREISBLATTES ist ein Unternehmen aus Hille in Gespräch. »Weitere Details werden zwischen Stadt und dem Landesbetrieb Wald und Holz im November abgestimmt«, heißt es dazu offiziell aus dem Rathaus.

Problematische Entsorgung

Die Entsorgung des kranken Holzes ist problematisch: Ersten Angaben zufolge sollen die gefällten Bäume in den Wald gezogen und mit Erde bedeckt werden. Das soll verhindern, dass die schädlichen Pilzsamen durch die Luft gewirbelt werden. Alle betroffenen Bäume zu fällen, sei allerdings zu aufwendig. Und eine Entsorgung in der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Bielefeld-Heepen ist noch arbeitsintensiver und teurer. Zudem passen die Stämme nicht in den dortigen Trichter und gehäckselt werden dürfen sie auch nicht – zu groß sei die Gefahr für die Mitarbeiter, teilt die Bielefelder MVA mit.

Anwohner verunsichert

Anwohner des Hombergs sind verunsichert. »Die kranken Bäume müssen komplett gefällt und entsorgt werden«, fordert etwa Annette Böndel mit Hinweis auf Expertenmeinungen. Nach Ansicht auch anderer Falkendieker böte sich für die Entsorgung die große Mergelgrube an.

Die Rußrindenkrankheit zeigt sich auf der Rinde des Ahornbaumes als dunkler Pilzbelag. Mit der Zeit stirbt der gesamte Baum ab. Zum Vorschein kommen dann schwarze Sporen, die sich durch die Luft verbreiten.

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