OWL-Forum: Bürgermeister soll Fördermittel einwerben Knappe Mehrheit für OWL-Forum in Herford

Herford (WB). Es war schon merkwürdig, wie die Mehrheit für ein OWL-Forum am Montag zustande kam. Bereits vor der Sitzungsunterbrechung hatte Ratsherr Heiko Krüger (Bürger für Herford) den Ratssaal verlassen, weshalb es anschließend eine 21-zu-20-Mehrheit gab.

Von Ralf Meistes
Zu wenig Platz für einen Neubau, befand die Stadtverwaltung. Herbert Even (Die Grünen) möchte dennoch prüfen lassen, ob ein vielleicht kleineres Forum an dem Standort Mindener Straße (Standort heutiges Theater) verwirklicht werden kann.
Zu wenig Platz für einen Neubau, befand die Stadtverwaltung. Herbert Even (Die Grünen) möchte dennoch prüfen lassen, ob ein vielleicht kleineres Forum an dem Standort Mindener Straße (Standort heutiges Theater) verwirklicht werden kann. Foto: Moritz Winde

»Herr Krüger musste aus privaten Gründen plötzlich nach Hause«, sagte BfH-Fraktionschef Lothar Wienböker. Andernfalls wäre es zu einer Pattsituation gekommen und der Antrag zur weiteren Prüfung wäre abgelehnt worden, bestätigte Karola Lange von der Stadtverwaltung. Damit wäre dann aber auch das 97-Millionen-Euro-Projekt gescheitert.

So aber kann sich Bürgermeister Tim Kähler auf den Weg machen, um Fördergelder für das 97-Millionen-Euro-Projekt einzuwerben . »Ich werde jetzt mit den Fördergebern sprechen«, kündigte Bürgermeister Tim Kähler am Dienstag an. Bis Ende des Jahres rechnet er damit, eine Aussage zu möglichen Bundesfördermitteln zu erhalten. Zugleich gehe es darum, im Rahmen der Regionale 2020 auch Zusagen über mögliche Landesförderungen zu erhalten.

»Chance auf Fördermittel erhalten«

»Wir wollen die Chance auf Fördermittel erhalten. Deshalb haben wir zugestimmt«, sagte SPD-Fraktionschef Horst Heining. Falls sich am Ende herausstellen sollte, dass das Projekt für Herford eine Nummer zu groß sei, könne man immer noch Nein sagen. »Uns ist auch bewusst, dass das Projekt eine große Herausforderung für die Stadt ist. Einen Versuch ist es aber allemal wert«, betonte Heining.

Die Bürger für Herford sehen die Machbarkeitsstudie kritisch. Risiken, so Fraktionschef Wienböker, seien nicht umfänglich dargelegt worden. Die BfH verweist unter anderem auf eine Grundlagenstudie für eine Multifunktionsarena in Minden, bei der das Umfeld durchweg kritischer beleuchtet worden sei.

Auslastung bei Tagungen und Kongressen?

Darin heißt es unter anderem: »In der Realität erweisen sich Belegungseuphorien im Vorfeld des Baus einer Mehrzweckhalle, insbesondere im Bereich Tagungen, Kongresse und Versammlungen als maximal durchschnittliche Auslastungsoptionen.« Zudem seien neben Investitionen in die Immobilie, die Ausstattung und den Betrieb auch »erhebliche finanzielle Mittel in den Bereichen Vermarktung und Marketing erforderlich«. Vor dem Hintergrund stellten sich die Bürger für Herford die Frage, ob zur Finanzierung des OWL-Forums andere Kultureinrichtungen geschlossen werden müssten.

Sorgen, was die Finanzierung anderer Kultureinrichtungen in Herford angeht, formulierte auch Claudio Vendramin (Die Grünen). Zugleich hatten die Grünen eine Risikoanalyse sowie eine Bewertung über mögliche Begrenzungen von Investitons- und Betriebskosten gefordert. Es wurde auch nach einem etwaigen Programmbudget für das OWL-Forum gefragt.

Standort noch nicht festgelegt

In die Standortdiskussion brachte Herbert Even (Die Grünen) noch eine weitere Variante. Zwar hatte die Machbarkeitsstudie ergeben, dass auf dem Gelände des heutigen Theaters ein Neubau nur möglich sei, wenn gleichzeitig das denkmalgeschützte Gebäude abgerissen werde. Even wollte dennoch noch einmal die Möglichkeiten ausloten, ob eine, vielleicht auch kleinere Variante eines Forums nicht doch auch an die Mindener Straße passt.

Die FDP-Fraktion sprach sich erneut für den Janup als Standort für das OWL-Forum aus. Inez Déjà, Fraktionssprecherin der Linken, hält ein weiteres Großprojekt neben der Entwicklung des Kasernenareals für übertrieben.

Stadttheater und Schützenhof sollten bestmöglich saniert werden: »Das Theater muss ohnehin saniert werden, da es unter Denkmalschutz steht.« Die prognostizierte Verdoppelung der Besucherzahlen nach dem Neubau eines OWL-Forums bezeichnete sie als unrealistisch, da die Region mit Kulturstätten gut ausgestattet sei.

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