Nur wenige batteriebetriebene Pkw in Herford – drei neue Ladesäulen
Das E-Auto aus der Nische holen

Herford (WB). Etwa 40.000 Pkw sind in Herford zugelassen. Gerade einmal 110 sind E-Autos. Das soll sich ändern, auch wenn die Schritte klein sind: In den vergangenen Monaten wurden drei neue öffentliche Ladesäulen mit jeweils zwei Anschlüssen aufgestellt.

Dienstag, 08.10.2019, 11:00 Uhr
Die Ladestationen, hier vor dem Rathaus, liefern über einen Standardstecker Typ 2 maximal 22 Kilowatt Öko-Wechselstrom. Frank Wohlgemuth, Laetitia Müller, Uwe Lück und Sebastian Wöhler (von links) werben für die umweltfreundliche Betankung. Foto: Bexte

Die Stadt, die Stadtwerke und die Westfalen-Weser-Energie-Gruppe (WWE) hatten sich im vergangenen Jahr im Zuge eines gemeinsamen E-Mobilitätskonzeptes auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur verständigt. In den vergangenen Monaten sind die Ladestationen an der Kreuzung Schillerstraße/Goebenstraße sowie an der kleinen Mauerstraße 3 und Unter den Linden 23 hinzugekommen.

Sie erweitern das Angebot, das sich bislang auf die Standorte Rathausplatz und H2O beschränkte. Wer sich über eine App registriert, kann kostenpflichtig Strom tanken. Alternativ kann ein maschinenlesbarer Chip genutzt werden. »An den Stationen gibt es ausschließlich Öko-Strom«, erläutert Uwe Lück von den Stadtwerken. Denn das ist Bedingung für Fördergelder zum Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Bald Ladestation am Bildungscampus

Auch wenn vorerst nur wenige E-Autos in Herford unterwegs sind, sei der Trend eindeutig. »Die Zahlen verdoppeln sich nahezu jedes Jahr. 2018 waren es erst etwa 60«, sagt Frank Wohlgemuth von der WWE. Das Unternehmen hat die Ladesäulen installiert. Drei gehören den Stadtwerken, zwei der WWE, aber alle haben das gleiche Design. Ein weiterer Standort am neuen Bildungscampus auf dem Stiftberg ist bereits in Planung.

»Auf die Dauer ist die Elektromobilität für Herford ein Stück Zukunftssicherung«, meint Laetitia Müller, Klimaschutzbeauftragte der Stadt. So gebe es neben den fünf Ladesäulen von WWE und Stadtwerken bereits weitere sieben von Unternehmen und Privatleuten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen – einige sogar kostenfrei.

38 Cent pro Kilowatt Ökostrom

Denn das Geld spielt eine gewichtige Rolle. Ein Nissan Leaf der WWE (Motorleistung 110 Kilowatt) verbraucht auf 100 Kilometern etwas 15 bis 20 Kilowatt Strom. Bei Kosten von 38 Cent pro Kilowatt Ökostrom ist das preiswerter als eine Fahrt mit einem Benziner oder Diesel. Allerdings sind die Anschaffungskosten deutlich höher und die Reichweite ist geringer. Und das Tanken mit Wechselstrom für eine 100-Kilometer-Fahrt dauert etwa zwei Stunden. »Das ist also eher was für Zweitwagen und den Stadtverkehr«, sagt Sebastian Wöhler von der WWE.

Die Stadt will dennoch mit gutem Beispiel voran gehen. »Im städtischen Fuhrpark haben wir bald sieben E-Autos. Und es sollen mehr werden«, sagt Laetitia Müller. Bei den Stadtwerken und der WWE kommen sie allerdings schon viel häufiger zum Einsatz. »Aber auch die Caritas setzt in Herford auf E-Autos«, lobt Müller. Die WWE jedenfalls geht davon aus, dass sich E-Autos ab 2020/21 aufgrund größerer Modellvielfalt durchsetzen werden. Dann vielleicht auch in Herford.

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