Klimanotstand: Antragsteller schreibt Landrat und Fraktionen
»Was sagen Sie den Enkeln?«

Herford/Enger (WB). Wie geht es weiter in Sachen Klimanotstand? Nachdem der Kreistag am 27. September die Entscheidung erneut vertagt hatte, hat sich Antragsteller Erhard Günther nun schriftlich an Landrat Jürgen Müller sowie die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag gewandt.

Dienstag, 08.10.2019, 12:00 Uhr
Der Klimawandel lässt auch viele Fichten in unseren Breitengraden absterben. Foto: dpa

Sie seien aufgefordert, den jungen Menschen »eine eindeutige Antwort zu geben. Andererseits stehen Sie auch privat in der Verantwortung gegenüber Ihren Kindern und Kindeskindern. Wie antworten Sie, wenn Sie gefragt werden: ›Was hast du, was habt ihr für unsere Zukunft getan?‹«, schreibt Günther – er hat selbst Enkel – in dem Brief und fordert ein rasches Votum.

»Veränderte Lebensweise«

Der 75 Jahre alte Engeraner hatte bereits im Mai den Antrag auf Ausrufung des Klimanotstandes durch den Kreis Herford gestellt. Kommunen wie Herford und Enger haben dies schon getan: Demnach müssen alle Entscheidungen mit Blick auf die Auswirkungen auf den Klimaschutz hinterfragt werden. Ein schwieriges Anliegen, und genau deshalb zögert der Kreistag. Abgesehen von der AfD – sie bezweifelt einen von Menschen verursachten Klimawandel – zeigen sich jedoch alle Fraktionen zuversichtlich, dass in der Dezember-Sitzung eine Entscheidung fallen könne. »Wir wollen konkrete Maßnahmen erarbeiten, ein Papier, an dem wir uns messen lassen können«, hatte Landrat Jürgen Müller in der Kreistagssitzung erläutert.

Günther ist sich sicher, dass in der Breite der Bevölkerung das Bewusstsein vorhanden ist, »dass etwas getan werden muss«. Um die Klimaziele zu erreichen, seien jedoch gravierende Konsequenzen erforderlich: »Ja, es erfordert eine veränderte Lebensweise.«

Antrag auch an Regionalrat

Der ehemalige Industriekaufmann, der sich schon in der Friedensbewegung engagierte, hat an den Regionalrat in Detmold einen Antrag gestellt, den Klimanotstand für den gesamten Regierungsbezirk auszurufen. »Letztlich geht es darum, dass Deutschland diesen Schritt geht – so wie dies andere EU-Staaten bereits gemacht haben.«

Konkret könne aber auch vor Ort viel getan werden: Während etwa im Kreis Paderborn, einer Windkraft-Hochburg, deutlich mehr Öko-Strom produziert als insgesamt verbraucht werde, liege die Quote im Kreis Herford erst bei 10 Prozent. »Die Kreise müssen sich besser vernetzen«, meint Günther. Hier sei auch die Wirtschaft gefordert.

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