Trägerverein aus Bielefeld bewirbt sich um den Kauf der ehemaligen Hauptschule
Bekenntnisschule will nach Elverdissen

Herford (WB). Vor drei Jahren wollte die Elterninitiative bereits eine private Bekenntnisschule in Herford gründen – nun gibt es einen neuen Vorstoß: Der Trägerverein der Evangelikalen Bekenntnisschulen Bielefeld hat sich konkret um den Kauf der Hauptschule Elverdissen beworben.

Donnerstag, 03.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 14:54 Uhr
Die ehemalige Hauptschule an der Brandheidestraße: Die Stadt hat den Gebäudekomplex bis 2022 an den Kreis Herford vermietet. Seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 werden hier rund 270 Schüler (13 Klassen) des Anna-Siemsen-Berufskollegs unterrichtet.

»Ausdrücklicher Elternwille«

Der Presse habe er entnommen, dass es verschiedene Konzepte zur weiteren Nutzung der Liegenschaften der Hauptschule Elverdissen gebe, schreibt Michael Pieper in einem Brief an Bürgermeister Tim Kähler und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen. Darin verweist der Geschäftsführer des Trägervereins darauf, dass »ein ausdrücklicher Elternwille nach Gründung einer privaten Bekenntnisschule in Herford« bestehe. Ein Gespräch mit Beigeordneter Birgit Froese-Kindermann habe es im April 2016 gegeben.

Einzugsgebiet würde auch Bad Salzuflen und Bielefeld umfassen

»Unser Interesse am Standort Herford ist unverändert«, sagte Pieper. In Elverdissen könnte nach den Vorstellungen des Trägervereins eine zweizügige Grundschule für etwa 240 Schüler gegründet werden. Das Einzugsgebiet würde neben Herford auch Bad Salzuflen und die Bielefelder Stadtteile Brake und Milse umfassen.

Auf diese Weise könne ein Überhang teilweise kompensiert werden: »Unsere vierzügige Grundschule in Bielefeld hat 180 Anmeldungen, aufnehmen können wir dort aber nur 104 Schüler«, verdeutlichte Michael Pieper. Angedacht sei in Elverdissen zunächst nur die Einrichtung einer Grundschule. Perspektivisch wäre aber für den Verein auch ein Ausbau zu einer Sekundar- oder Gesamtschule vorstellbar: »Ein solches Schulzentrum mit 1400 Schülern haben wir in Bielefeld an der Detmolder Straße.

Investitionsvolumen in Größenordnung von 12 Millionen Euro

Für den Kauf der Immobilie und die Gründung einer Bekenntnis-Grundschule in Elverdissen rechnen die Bielefelder mit einem Investitionsvolumen in einer Größenordnung von 12 Millionen Euro. Ob die bestehenden Gebäude weiter genutzt werden könnten oder aber Abriss und Neubau sinnvoller wären, müsse geprüft werden. »Auch eine Anmietung käme für uns in Betracht«, sagte Bauleiter Heinz Friesen.

»Optimale Lösung für die Stadt Herford«

Für die Stadt sähe Geschäftsführer Pieper in der Übernahme der Hauptschule mit Blick auf steigende Schülerzahlen eine optimale Lösung: »Die Nutzung des Gebäudes im ursprünglichen Zweck bleibt erhalten. Elverdissen behält eine Schule.« Zudem entstünden der Stadt keinerlei weitere Kosten für Investitionen wie zum Beispiel der energetischen Sanierung oder den Betrieb der Schule. Die Nutzung des Gebäudes für den Vereinssport bleibe erhalten.

»Zudem würde mit einer Übernahme der Schule dem Elternwillen nach Gründung einer Bekenntnisschule entsprochen, und die Bildungslandschaft in Herford würde durch das Angebot einer weltanschaulichen Schule ergänzt und bereichert«, betonte Pieper.

Georg-Müller-Schulen

Versuche des Bielefelder Trägervereins (»Georg-Müller-Schulen«), in Herford eine evangelische Bekenntnisschule zu gründen, sind bislang ohne Erfolg geblieben: 2016 hatten die Verantwortlichen Interesse am Gebäude der Hauptschule Meierfeld und an dem leerstehenden Sporthotel an der Ahmser Straße bekundet. Eine weitere Anfrage gab es 2016 bezüglich der Grundschule Bünde-Ahle.

Die Georg-Müller-Grundschule wurde 1990 aus einer Elterninitiative heraus als staatlich anerkannte Ersatzschule mit evangelikalem Bekenntnis gegründet. Heute gibt es drei Grundschulen (Bielefeld, Senne und Steinhagen) sowie eine Gesamtschule und ein Gymnasium mit insgesamt 2170 Schülern, die von 150 Lehrkräften betreut werden.

Das Schulkonzept basiert laut Geschäftsführer Michael Pieper darauf, »den christlichen Glauben auf praktische Art zu leben«. Jeden Morgen gebe es eine kurzer Andacht und ein Gebet. »Unsere Inhalte orientieren sich natürlich am vorgegebenen Lehrplan. Grundsätzlich sei die Schule offen für alle Kinder. An den Bielefelder Schulen kämen etwa 20 bis 30 Prozent der Schüler aus nicht-christlichen Elternhäusern.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6974862?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) streiken vor einem BVG Betriebshof in der Stadt.
Nachrichten-Ticker