Von Herford nach Leipzig: Herforder Gymnasiasten lassen Wetterballon in die Stratosphäre steigen
Am Rande des Weltalls

Herford (WB). In diesen Winkeln der Welt herrschen Extrem-Bedingungen: Schüler des Ravensberger Gymnasiums Herford haben einen Helium-Wetterballon an den Rand des Weltalls geschickt.

Donnerstag, 03.10.2019, 05:05 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 05:40 Uhr
Guten Flug: Der Helium-Wetterballon hebt vom RGH-Schulhof ab gen Himmel. Foto: Winde

Welche Herausforderungen erwartet das Flugobjekt in der Stratosphäre? Bei der Recherche wurde den Achtklässlern der Science-Klasse schnell klar, dass die benötigte Technik wie Kamera und GPS-Tracker einiges aushalten muss. In 40 Kilometern – das ist viermal höher als ein Passagier-Flugzeug unterwegs ist – ist eine isolierende »Verpackung« unverzichtbar.

»In dieser Höhe sind es Minus 37 Grad«, sagt Marcel Dierig, Geschäftsführer der Firma Stratoflights aus Blomberg, die das Projekt realisiert hat. Gemeinsam mit den Nachwuchs-Wissenschaftlern wurde eine Hülle aus Styropor gebaut. Das Material ist dreifach vorteilhaft: Es ist leicht, isoliert und schwimmt im Wasser.

Über den Wolken: Die Kamera macht beeindruckende Bilder auf dem Weg in die Stratosphäre.

Über den Wolken: Die Kamera macht beeindruckende Bilder auf dem Weg in die Stratosphäre.

Dick eingepackt stieg die konstruierte Sonde vom RGH-Schulhof aus in Richtung Himmel auf – unter den Augen vieler Schüler und Lehrer. »Natürlich haben wir den Flug bei den Behörden angemeldet«, sagt MINT-Koordinatorin Christine Werner. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Projekt kostet 6000 Euro

Schon vor dem Start war klar: Die Sonde wird eine enorme Strecke aufgrund der Höhenwinde zurücklegen. »Im Durchschnitt rechnen wir mit einer Distanz von 80 Kilometern«, sagt Dierig. Diesmal aber beschleunigte der Sturm den Ballon auf bis zu Tempo 122. Erst nach mehreren hundert Kilometern landete die Sonde wieder auf dem Erdboden – und zwar auf einem Feld in Leipzig. So hatten es die Schüler vorausberechnet.

Ehrensache, dass sie bei der Ballon-Bergung dabei sein wollten und konnten – Elterntaxis sei dank. Zurück in Herford wurden die Videoaufnahmen bestaunt und die Daten des Datenloggers analysiert. Lehrerin Werner: »Von diesem Projekt entwickeln wir eine Ausstellung, so dass das ganze Gymnasium am Ausflug in Richtung Weltraum teilhaben kann.«

Ohne den Verein »experiMINT« wäre das Ganze nicht möglich gewesen. Immerhin kostet das Vorhaben etwa 6000 Euro. »Allen Mädchen und Jungen in der Stadt Bielefeld und dem Kreis Herford wollen wir vertiefte Erfahrungen in den MINT-Berufsfeldern ermöglichen.«, erklärt Dr. Agnes Heinemann die Vision. Gegründet im Oktober 2009 von 28 Unternehmen und Institutionen, haben sich die Mitglieder vorgenommen, die Begeisterung für die MINT-Fächer zu steigern. Beim RGH ist dies mit dem Stratosphären-Flug gelungen.

Herford von oben: Im Hintergrund rechts ist das Klinikum zu erkennen.

 

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