Rückblick: Schützentag war schon 1965 und 1999 in Herford
Bemerkenswert und sensationell

Herford (WB). Zum dritten Mal findet der Westfälische Schützentag am 4. und 5. Oktober in Herford statt – ausgerichtet von der Schützengesellschaft . Schon 1965 und 1999 war die Stadt für ein Wochenende fest in Schützenhand. Ein Rückblick.

Freitag, 27.09.2019, 14:00 Uhr
Schon 1965 füllten die Berichte über den Westfälischen Schützentag die Seiten im HERFORDER KREISBLATT. Foto: Moritz Winde

8. und 9. Mai 1965

»Lohnt sich der Einsatz für das Schützenwesen?«, fragte diese Zeitung im Vorfeld des großen Fests. Der damalige Kreisvorsitzende Heinrich Wellhöner antwortete mit einem »klaren Ja«. Und seine Erklärung gilt fast 54 Jahre später immer noch: »Pflege der jahrhundertealten Schützentradition verbunden mit der so oft genannten Geselligkeit, sind mit dem ernsthaft betrieben Schießsport abzustimmen. Ich verspreche mir vom Westfälischen Schützentag neue Impulse«, sagte Wellhöner.

2200 Schützen aus 97 Vereinen und Kreisen mit 52 Fahnenabordnungen und 350 Musikern waren der Einladung nach Herford gefolgt und bildeten am Samstag, 8. Mai, in vier Blöcken einen drei Kilometer langen Marschzug. Die Verantwortung hatte Major Alfred Mißner von der Schützengesellschaft. Allein das Wetter spielte nicht mit: 13 Grad und Regen empfingen den Zug vor dem Rathaus.

Bei der Delegiertenversammlung am Sonntagmorgen im Schützenhof wurde deutlich, dass der Zweite Weltkrieg fast auf den Tag genau erst vor 20 Jahren beendet worden war. »Es gibt in diesen Tagen gewiss keinen Grund zum Feiern«, sprach Landeshauptmann Dr. Anton Köchling (Münster) bemerkenswerte Worte. Er rief alle Schützen dazu auf, einen Beitrag zur Festigung der Demokratie zu leisten.

 

15. und 16. Oktober 1999

Welch ein Kontrast zu 1965: Bei Bilderbuchwetter eröffneten Landessportministerin Ilse Brusis (SPD) und WSB-Präsident Walter Ungemach den 50. Westfälischen Schützentag. Ungemach stand an der Spitze von damals 117.000 Schützen aus 1075 Vereinen (heute etwa 83.000 aus 974). »Machen Sie’s gut, Horrido«, rief Hans-Michael Kohlhase, damals Präsident der Schützengesellschaft.

Was gutes Wetter ausmachen kann, erlebte Herford tags darauf beim Umzug. Mehr als 5000 Teilnehmer wurden zum Höhepunkt gezählt, Tausende schauten in den Straßen und auf den Plätzen zu. »Wir sind glücklich über so viele Gäste. Das war ein prächtiger Schützentag«, jubelte Walter Ungemach, Westfalens oberster Schütze. Sogar aus Frankreich, Südtirol und Österreich waren Schützen in die Hansestadt gekommen. Beim Landeskönigsschießen passierte Sensationelles: Dem Sieger Wolfgang Broekmann aus Gelsenkirchen gelang ein Treffer mit dem Teiler 0,00!

 

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