Pöppelmann-Medaillen für Renovierung eines Mausoleums und der Markthalle
Zwei Schmuckstücke geschaffen

Herford (WB). Lars Uhlen hofft, dass es mit der Nutzung noch lange dauert, Bürgermeister Tim Kähler hingegen setzt auf sofortigen Zuspruch. In völlig unterschiedlichen Bereichen hat der Geschichtsverein die Pöppelmann-Medaille vergeben: Kähler erhielt sie für die Markthalle, Uhlen für ein Mausoleum.

Montag, 09.09.2019, 07:00 Uhr
Lars Uhlen vor dem Mausoleum auf dem Friedhof an der Hermannstraße: Es war Anfang des 20. Jahrhunderts vom Rechnungsrat Ernst Schewe errichtet worden. Foto: Hartmut Horstmann

Erster Dauermieter

Den Empfängern der seit 1973 vergebenen Medaille attestiert der Geschichtsverein »besonderes Engagement bei der Gestaltung und Bewahrung der Herforder Baukultur«. Für den diesjährigen Verleihungsort hatten sich die Veranstalter passenderweise die Markthalle ausgesucht. Eckhard Wemhöner, Vorsitzender des Geschichtsvereins, wies darauf hin, dass sein Verein gleichzeitig erster Dauermieter sei: »Hier werden künftig unsere Vortragsveranstaltungen stattfinden.«

Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das Projekt des Unternehmers Lars Uhlen (Bonitas). Pfarrer Johannes Beer, der der Jury des Geschichtsvereins angehört, stellte es vor. Demnach kümmert sich Uhlen um ein Mausoleum, das der Rechnungsrat Ernst Schewe Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Friedhof an der Hermannstraße hat errichten lassen.

Mausoleum für Freunde

Im Laufe der Zeit habe das Gebäude seine Funktion verloren, so Beer. Verfall und Vandalismus setzten ein. Bis das Mausoleum 2015 in gute Hände gekommen sei: Lars Uhlen ließ es restaurieren, versah es mit einer aufwendigen Glaskuppel. Im Keller befinden sich Urnenplätze für 36 Personen, 24 von ihnen sind bereits vergeben. Einige von Uhlens künftigen »Mitbewohnern« waren auch unter den Gästen der Preisverleihung.

Dass der 51-Jährige ein Freund historischer Bausubstanz ist, wissen Herforder spätestens seit dem Kauf des Schiller-Gebäudes. Zudem bezeichnete er sich anlässlich der Renovierung des Mausoleums als Friedhofsfan. Er sagte: »Friedhöfe sind Kulturorte.«

»Freunde gekommen um zu bleiben«: Das mit dieser neuen Inschrift versehene Mausoleum will er daher nicht nur als letzte Ruhestätte für sich, Angehörige und Freunde verstanden wissen. »Ich sehe es vor allem als Symbol«, betont der 51-Jährige. Wer an dem Mausoleum vorbeigehe oder darüber mit anderen ins Gespräch komme, solle sich die Frage nach dem richtigen Leben stellen.

Markthalle auf gutem Weg

Beim Tod handle es sich um ein angstbesetztes Thema. Diese Furcht werde durch einen bewussteren Umgang damit vielleicht etwas genommen. Auf jeden Fall sei es eine coole Idee, wenn sich diejenigen, die dort mal liegen werden, vorher regelmäßig treffen, »um das Leben zu feiern«.

Nach Leben und Feiern ist Bürgermeister Tim Kähler auch zumute, wenn er an die soeben wiedereröffnete Markthalle denkt. Sein Eindruck von den ersten Tagen – wobei auch er zu den Kunden der Markthalle zählt: »Wir sind auf einem guten Weg.«

Dass die mit Bundesmitteln bezuschusste Sanierung mit der Pöppelmann-Medaille ausgezeichnet wird, darüber zeigt sich Kähler nach eigenen Angaben sehr erfreut: »Es ist eine tolle Überraschung für die Stadt.« Dass Experten das Engagement würdigten, zeige, »dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben«.

Nächste Aufgabe ist Radewig

So spricht der Geschichtsverein von einer »fachgerechten und vorbildlichen Restaurierung«. Rat und Verwaltung hätten sich um das Stadtbild verdient gemacht: »Die Innenstadt hat ein wunderbares Schmuckstück zurückerhalten, das mit dem Rathaus ein eindrucksvolles Ensemble bildet, um das uns andere beneiden«. Mehr als 100 Jahre habe die Markthalle als Einkaufsort gedient.

Auch hier gilt es, eine gute Tradition fortzusetzen. Stadtentwicklung bedeutet für den Bürgermeister auch, alten Gebäuden zu neuem Glanz zu verhelfen. Es sei wichtig, sich auf die alte Substanz zu besinnen, Orte zum Entdecken zu schaffen, so Kähler. Leider hätten frühere Stadtplanung Schneisen durch die Stadt geschaffen. Zu den nächsten Aufgaben für die Stadt zählt Kähler die Radewig: »Wenn es nach mir geht, kaufen wir Herrn Zaky das Hotel ab. Doch er ist ein schwieriger Verhandlungspartner.«

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