Streit um Bürger-Treffpunkt in Elverdissen: Kähler widerspricht Kostenschätzung im Sozialausschuss
Bürgermeister »irritiert« über Beigeordnete

Herford (WB/pjs). »Irritiert über Aussagen im Sozialausschuss« ist Bürgermeister Tim Kähler. Der Grund: Die Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann berichtete über die Ergebnisse des »World Café« Elverdissen – und nannte dabei als möglichen Investitionsbedarf für einen Ortsteil-Treffpunkt zehn bis 15 Millionen Euro. Diesen Betrag bezeichnete sie ausdrücklich als »laienhafte Schätzung«.

Samstag, 07.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 11:16 Uhr
Im Rathaus gibt es bei Bürgermeister Tim Kähler und der Beigeordneten Birgit Froese-Kindermann offenbar unterschiedliche Einschätzungen des Investitionsbedarfes für einen Ortsteil-Treffpunkt in Elverdissen.

In dem Workshop am 28. August hatten Bürger mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden Ideen zur Entwicklung des Ortsteils gesammelt, die sich überwiegend auf die ehemalige Hauptschule konzentrierten. Die stünde frühestens 2022 zur Verfügung.

Wie ein »Wabenhaus«, so eine Veranschaulichung, könnte das Gebäude unterschiedlichen Gruppen aus dem Quartier Räume bieten. Diskutiert worden sei auch über den Ausbau der Turnhalle für den vereinslosen Sport und einen Jugendtreff. Der könnte weitere 300.000 Euro kosten, hieß es im Ausschuss.

Kähler: »Dargestellte Kosten entbehren jedweder Grundlage«

»Mit Verwunderung« habe er die Aussagen der Beigeordneten zur Kenntnis genommen, betont Kähler: »Die dargestellten Kosten in Höhe von zehn bis 15 Millionen Euro sind weder belegbar noch intern abgestimmt. Sie entbehren jedweder Grundlage.« Der Prozess in Elverdissen werde »ergebnisoffen und auf seriöser Grundlage weitergeführt«, kündigte er an.

Zudem werde darüber nachgedacht, unter Zuhilfenahme privater Investoren die Planungen zu realisieren. »Ich werde Frau Froese-Kindermann bitten, zu erörtern, welche Berechnungsgrundlage und welche Planungen und Bedarfsannahme sie zu Grunde gelegt hat«, schreibt Kähler.

Verärgerung bei der SPD

»Verärgert« zeigen sich SPD-Stadtverbandsvorsitzender Thomas Besler und Ortsvereinsvorsitzende Julia Desiree Hillebrand über die Äußerungen der Beigeordneten. »Durch die unseriösen Kostenschätzungen ohne Fachkenntnis sehen wir die Gefahr, dass hier ein gutes Projekt vorzeitig tot geredet wird«, schreibt Besler. Die SPD habe im Januar die Diskussion angestoßen und werde nicht zulassen, dass dieses Thema durch Frau Froese-Kindermann vorzeitig scheitert.«

Kommentar

Streit gibt es zwar bekanntlich in den besten Familien. Aber dass ein Verwaltungschef seiner Beigeordneten in einer öffentlichen Erklärung so über den Mund fährt, kommt nicht alle Tage vor. Unterschiedliche Auffassungen und Einschätzungen dürfte es gelegentlich auch im Verwaltungsvorstand geben. Das wird aber in der Regel nicht öffentlich kommuniziert. Wenn das in diesem Fall nun anders gehandhabt wird, lässt es die Deutung zu, dass in der Verwaltungsspitze der Haussegen im Moment etwas schief hängt. Oder aber es werden die ersten Pflöcke für den Wahlkampf eingeschlagen.Peter Schelberg

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