Wer mindestens fünf Jahr bleibt erhält eine Prämie
Kreis lockt Hausärzte mit 25.000 Euro

Herford (WB/bex). Der Kreis Herford will dem akuten Hausärztemangel jetzt mit Prämienzahlungen begegnen. Allgemeinmediziner, die sich im Wittekindsland niederlassen, erhalten von Ende des Monats an 25.000 Euro.

Freitag, 06.09.2019, 22:00 Uhr
Nirgendwo in Deutschland ist die Hausarztdichte geringer als im Kreis Herford. Foto: dpa

Voraussetzung: Sie müssen mindestens fünf Jahre vor Ort bleiben. Eine entsprechende Förderrichtlinie soll zum 28. September in Kraft treten. Der Kreisausschuss wird darüber in seiner Sitzung am 18. September befinden. »Die hausärztliche Versorgung stellt auch für den Kreis Herford eine wesentliche Herausforderung des demografischen Wandels dar. Die Gesellschaft altert und der steigende Anteil älterer Menschen sorgt für mehr Betreuungs- und Versorgungsbedarf«, begründet Landrat Jürgen Müller den Schritt.

Geringste Hausarztdichte Deutschlands

Zahlen untermauern die Notlage: Laut Bundesarztregister ist die Hausarztdichte bundesweit nirgendwo geringer als im Kreis Herford . Ende 2018 kamen auf 100.000 Einwohner 50,4 Hausärzte – deutschlandweit der schlechteste Wert. Durchschnittlich 1984 Patienten wurden von einem Arzt behandelt. Für dieses und nächstes Jahr wird der Kreis jeweils 100.000 Euro für Prämienzahlungen in den Haushalt einstellen. Diese gibt es für die Eröffnung einer neuen Niederlassung oder Einrichtung einer Zweigpraxis. Antragssteller müssen sich verpflichten, mindestens 31 Stunden pro Woche eine ambulante vertragsärztliche Versorgung zu gewährleisten.

Ärzte, die lediglich einen anteiligen Versorgungsauftrag erfüllen, erhalten eine entsprechend geringere Prämie. Die Förderung ist zurück zu zahlen, wenn der Arzt vor Ablauf der fünf Jahre wegzieht. In besonderen Härtefällen könne aber auf eine Rückzahlung ganz oder teilweise verzichtet werden. Das Prämienprogramm ist zunächst bis Ende 2020 befristet.

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