Volkshochschule bietet erstmals Koreanisch-Kurse an
Was singen die K-Pop-Stars?

Herford (WB). Joh-eun halu! Das ist koreanisch und heißt Guten Tag. Das und vieles mehr haben die sieben, überwiegend jungen Teilnehmer des ersten Volkshochschul-Kurses jetzt drauf. Eine enorme Herausforderung, denn die Aussprache hat es in sich und die 40 Schriftzeichen haben mit dem deutschen Alphabet nichts gemein.

Donnerstag, 05.09.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 11:04 Uhr
Vornamen auf Deutsch und Koreanisch: Dozentin Eunsook Jeon (hinten links) hat Sebastian Liebau (43/Löhne), Anneke Schrader (17/Vlotho), Lea Tesche (26/Herford) und Celina Zaborowski (18/Herford/hinten von links) sowie Franziska Uding (17/Lippinghausen), Johanna Otto (21/Bünde) und Sophia Diedrich (17/Vlotho/vorne von links) die Sprache des ostasiatischen Landes nähergebracht. Foto: Krückemeyer

»Wenn man ein Wort falsch betont, hat es plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Da kann aus einer Zahl schon mal ein Schimpfwort werden«, erklärt Dozentin Eunsook Jeon aus Bielefeld. Vier Tage in Folge von 10 bis 13.15 Uhr hat sie ihren Schützlingen in einem Intensivkursus die wichtigsten Grundkenntnisse vermittelt. »Ich profitiere dabei auch von meinen Schülern, weil ich durch den Unterricht mein Deutsch verbessern kann«, sagt sie.

Das Angebot war ein Versuchsballon der VHS, doch der Kursus war schnell ausgebucht. Sogar eine Warteliste wurde erstellt. Die meisten der sechs jungen Frauen interessieren sich aus einem musikalischen Grund für diese Sprache: Sie hören gerne den so genannten K-Pop – koreanische Popmusik. Diese erfreut sich spätestens seit den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea) sowie dem Sieg der israelischen Sängerin Netta beim European Song Contest 2018 mit einem K-Pop-Lied großer Beliebtheit.

Unterschiedliche Motivationen

»Gute Popmusik gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in Korea. Man versteht nur nichts und kann leider nicht mitsingen, wenn die Musik irgendwo läuft. Die Texte sind genial, wenn man sie übersetzt«, erklären sie.

Eine besondere Motivation hatte Johanna Otto. Die 21-Jährige steckt in der Ausbildung zur Erzieherin und möchte ihr praktisches Anerkennungsjahr unbedingt in Südkorea machen. »Ich stehe in Kontakt zu einem deutsch-koreanischen Kindergarten in Seoul«, stellt sich die Bünderin ihre nahe Zukunft in der fast zehn Millionen Einwohner großen Hauptstadt vor. Franziska Uding (17) aus Lippinghausen hat Südkorea schon mal besucht und möchte es wieder tun. Da kann es nicht schaden, ab und an die Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Weiterer Kurs geplant

Stefan Liebau, mit 43 Jahren ältester Kursteilnehmer, hat das Land 2015 schon besucht. Ihm haben es koreanische Filme angetan. »Das Land hat eine recht aktive Kinoszene, eine regelrechte Unterhaltungsindustrie«, weiß der Löhner zu berichten.

Dozentin Eunsook Jeon war hochzufrieden mit ihren Schülern: »Alle waren motiviert und haben gelernt, wozu andere Monate benötigen!« Und die meisten haben schon angekündigt, dran zu bleiben – Koreanisch lernen geht inzwischen auch im Internet.

Für weitere Interessenten bietet die Volkshochschule ab dem 6. Februar (mit einem halben Jahr Lernerfahrung) jeweils donnerstags von 18 bis 20.15 Uhr einen weiteren Kurs an . VHS-Leiterin Monika Schwidde freut sich über so viel Zuspruch für den Koreanisch-Unterricht. »So etwas macht sich immer gut im Lebenslauf«, wirbt sie um weitere junge Interessenten.

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