Kulturbeirat spricht über Jahresstatistiken – Bildungsbereich wird für Orchester wichtiger
Mehr NWD-Besucher, weniger im Theater

Herford (WB). Mehr Besucher bei Konzerten der Nordwestdeutschen Philharmonie, Rückgänge beim Stadttheater: Gegensätzliche Entwicklungen gibt es in den Bilanzen der vergangenen Spielzeit.

Freitag, 06.09.2019, 12:00 Uhr
Besucherrückgänge wurden in der vergangenen Saison im Theater gezählt. Für die neue Spielzeit haben die Verantwortlichen Konsequenzen gezogen. Foto: Hartmut Horstmann

Auf die Tagesordnung des Kulturbeirats kommen die Jahresstatistiken in der nächsten Sitzung. Sie beginnt am 11. September um 17 Uhr im Rathaus, kleiner Sitzungssaal.

Mehr als 15.000 Zuhörer haben in der vergangenen Saison Konzerte der NWD besucht. Damit setzt sich die insgesamt positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. In der Saison 2017/18 wurden 14.372 Besucher gezählt. Gleichzeitig allerdings gibt es einen leichten Rückgang bei den Sinfoniekonzerten, die zur Abo­reihe zählen: von 6.845 auf 6.715.

Verändertes Aufgabenspektrum

Für den NWD-Geschäftsführer Christian Becker zeigt sich hier eine Entwicklung, die nicht nur das Orchester betrifft: »Die Leute wollen sich immer weniger festlegen.« Daher steige auch die Gesamtzahl der Besucher – immer mehr gehe über den freien Verkauf und Sonderkonzerte.

Hinzu komme eine Veränderung des Aufgabenspektrums, die Richtung gehe immer mehr in den Bereich Bildung. So fanden in der vergangenen Saison in Herford zehn Schulkonzerte statt, in den Jahren davor waren es acht. Es sei immer wichtiger, Kontakte vor Ort zu haben. Und auch hier sieht Becker die NWD auf einem guten Weg.

Deutlich sind die Verluste beim Stadttheater. Die Zahl der Besucher sank von 28.058 auf 26.553. Während die Zahl der Abonnenten stieg, weist der freie Verkauf einen starken Rückgang auf. Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH, nennt als Grund unter anderem zwei Veranstaltungen, die nicht wie erhofft angenommen worden seien.

Besucherzahlen steigern

Hierzu zähle ein kurzfristiger Ausfall, der später nachgeholt wurde. Theaterexperte Kornacki will in der Entwicklung noch keinen Trend erkennen, sagt aber auch: »Natürlich gefallen uns diese Zahlen nicht. Daher haben wir jetzt auch darauf reagiert und bieten für die kommende Saison zwei Zusatzaufführungen an.«

Diese Vorstellungen ergänzen Aufführungen, die bereits vor Beginn der Saison ausverkauft sind. So etwas habe es beim Stadttheater bisher noch nicht gegeben, sagt Andreas Kornacki, der als langfristiges Ziel nennt: »Wir wollen die Besucherzahlen nicht nur halten, sondern steigern.« So müsse man sich auch darüber Gedanken machen, die Zahl der Veranstaltungen zu verdichten – was meint: mehr Theater anbieten.

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