Stadt bereitet neues Konzept für die Unterbringung vor – Beratung im Sozialausschuss
Unterkünfte für Obdachlose gesucht

Herford (WB). Die Stadt plant eine Neuausrichtung bei ihren Obdachlosenunterkünften: Um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, ist eine Bündelung der Standorte und die Umstellung auf zwei zentrale Notunterkünfte mit je zehn Zimmern angedacht, die gemietet oder gekauft werden sollten.

Donnerstag, 05.09.2019, 07:00 Uhr
Die Unterbringung Wohnungsloser durch die Stadt erfolgt zurzeit überwiegend im Gebäude Werrestraße 117d. Foto: Moritz Winde

Verstärkte Sozialarbeit

Als Übergangslösung sollen weiterhin einzelne Wohnungen angemietet werden. Zum Konzept gehört auch die Personalausstattung für eine verstärkte Sozialarbeit. Über diese Pläne hat die Verwaltung am Dienstag den Sozialausschuss informiert.

Die Stadt ist zur Unterbringung akut wohnungsloser Menschen gesetzlich verpflichtet. Zurzeit werden Betroffene – die oft vielfältige persönliche Probleme haben – überwiegend im Gebäude Werrestraße 117d untergebracht. Hinzu kommen weitere so genannte Clearingwohnungen im Stadtgebiet, wie Frank Holtmann, Teamleiter im Sozialdezernat, berichtete.

33 Personen im Gebäude an der Werrestraße untergebracht

Die Immobilie Werrestraße 117d ist der Standort mit der größten Zahl von Unterbringungsmöglichkeiten sowie den Plätzen für die so genannten »Nur-Übernachtungen«. Derzeit sind 33 Personen im Haus untergebracht. Etwa ein Drittel der Plätze hat die Stadt für akut Wohnungslose angemietet. Im Gebäude bietet die Evangelische Diakoniestiftung als Eigentümerin Menschen, die nicht ohne Unterstützung anderweitig eine Wohnung finden, reguläre Mietverhältnisse an.

Angespannter Wohnungsmarkt ein Problem

Die Clearingwohnungen der Stadt sollen Bedürftigen als erste Anlaufstelle dienen, um sie von dort in Normalwohnraum oder Mietwohnungen wie zum Beispiel der Diakoniestiftung zu vermitteln. Die Mischung aus schwierigem Klientel und dem angespannten Wohnungsmarkt mache es derzeit allerdings nahezu unmöglich, neue Wohnungen für eine Vermittlung zu finden, verdeutlichte Holtmann. »Darüber hinaus ist leider auch feststellbar, dass der Anteil an Personen mit multiplen, zum Beispiel psychischen und/oder Drogen- und Alkoholproblemen deutlich zunimmt«, hieß es.

»Es kommt zu bedrohlichen Situationen«

Identische Problemlagen seien auch bei Mietern der Diakoniestiftung zu verzeichnen. Die Nutzung des Gebäudes Werrestraße 117d in der Konzentration von Menschen mit vielfältigen Unterstützungsbedarfen wird als problematisch angesehen. Von Bewohnern, Sozialarbeitern und Polizei werde darauf hingewiesen, dass es »zu bedrohlichen Situationen« komme – sowohl für die Bewohner und Mieter als auch für die Mitarbeitenden der Fachstellen.

Weder der Einsatz von Sozialpädagogen noch der Polizei hätten zu einer dauerhaften Entspannung beitragen können. »Das ist eine Situation, die keiner aushält«, brachte es Bettina Schelkle vom Sozialberatungsdienst der Diakoniestiftung auf den Punkt.

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