Neue Betreiber wollen mit altem Namen an erfolgreiche Zeiten anknüpfen
Der Go Parc ist zurück

Herford (WB). Nach gerade einmal 15 Monaten ist der High Club schon wieder Geschichte: Die neuen Betreiber wollen mit altem Namen zurück in die Erfolgsspur. Die Großraumdisco heißt ab sofort wieder Go Parc. Die Eröffnungsparty steigt am 21. September.

Donnerstag, 05.09.2019, 06:06 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 06:10 Uhr
Fast 34 Jahre lang prangte das Go-Parc-Logo auf der Fassade. Generationen von Menschen machten hier Party. Zuletzt geriet die Großdiskothek in Schieflage. Am 21. September wird der Neustart eingeläutet. Foto: Moritz Winde
1985: Zur Eröffnung blödelt Karl Dall über die Go-Parc-Bühne.

1985: Zur Eröffnung blödelt Karl Dall über die Go-Parc-Bühne.

Die Umbenennung hatte sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Seit Monaten wird in Herford heftig spekuliert und diskutiert. Vor Kurzem verschwanden dann die High-Club-Banner an der Fassade der Disco, die sich neben dem Radewiger Parkhaus befindet.

Erstmals bestätigt nun Geschäftsführer Carsten Kohrs gegenüber dem WESTFALEN-BLATT den Schritt: »Wir haben mit vielen Gästen und Fans gesprochen. Der Wunsch nach dem alten Namen und der legendären Go-Parc-Atmosphäre war groß, aber es wurde auch viel Kritik geäußert. Diese haben wir ernst genommen und vieles optimiert.«

Oberstes Ziel sei es, wieder der »Place2Be« – also der angesagte Treffpunkt – der Nacht zu sein. »Unsere Gäste sollen ausgelassen feiern können – und zwar mit den richtigen Leuten zu fairen Preisen und zu großer musikalischer Vielfalt.«

Türpolitik soll verbessert werden

Noch wird in der Großraumdisco an der Wittekindstraße gewerkelt, in der Platz für bis zu 1500 Gäste ist.

Noch wird in der Großraumdisco an der Wittekindstraße gewerkelt, in der Platz für bis zu 1500 Gäste ist.

In der mehr als zweimonatigen Sommerpause hat sich einiges im Innern verändert: Die Mainhall wurde umgebaut, der Gold Club renoviert, es gibt neue VIP-Lounges, neue Lichttechnik und Effekte und eine neue Getränkekarte.

»Außerdem wollen wir die Türpolitik verbessern«, kündigt Carsten Kohrs an, ohne ins Detail zu gehen. In der Vergangenheit hatte es immer mal wieder Stress zwischen Gästen und Türstehern gegeben.

Während freitags weiterhin Einlass ab 16 Jahren ist, bleibt der Samstag den Erwachsenen vorbehalten. »Wir bevorzugen dann das ältere Publikum ab 18, lieber sogar ab 21 Jahren«, sagt der Geschäftsführer.

Kommentar

Wenn der Go Parc zu retten ist, dann als Go Parc. Auch wenn die Disco bessere Tage erlebt hat. Der Go Parc ist weit über die Grenzen Herfords bekannt. Es war unklug, dieses Renommee über Bord zu werfen. Daher ist die Rückbenennung richtig. Alter Name bedeutet aber nicht automatisch alter Erfolg. Es gehört mehr dazu: attraktives Programm, gute Musik, ansprechende Location und – das ist wohl das wichtigste – Personal, das für die Sache brennt. Nur dann kann der Neustart wirklich gelingen.Moritz Winde

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Neben dem normalen Discobetrieb sollen »aufwändige Partys« und »gigantische Bookings« veranstaltet werden. Unter dem Motto »Wie früher – nur besser!« steigt am Samstag, 21. September, die große Wiedereröffnungsparty. Dann soll auch der Umbau der separaten Eventhalle »Freiheit« abgeschlossen sein, die für Firmenfeiern, Hochzeiten und Konzerte gemietet werden kann.

Der letzte Betreiber meldete Insolvenz an

Trotz einer sehr hart umkämpften Branche – viele etablierte Großdiskotheken in der Region sind verschwunden –, sind die neuen Betreiber zuversichtlich, das Ruder herumreißen zu können. »Wir wissen, dass dies kein leichter Weg wird, glauben aber, dass der Go Parc großes Potential hat«, sagt Carsten Kohrs.

Michael Büter – er führte die Disco an der Wittekindstraße mehr als 20 Jahre lang – sah dieses Potential nicht mehr. Mit der Änderung in High Club im März 2018 wollte er die Trendwende schaffen.

Doch der Plan ging nicht auf. An die erfolgreichen Zeiten der 90er und 2000er Jahre, in denen sich Stars und Sternchen die Klinke in die Hand gaben, konnte er nicht anknüpfen. Die wirtschaftliche Lage war so dramatisch, dass er Insolvenz anmeldete. Büter räumte Fehler ein und zog sich aus dem Discogeschäft zurück.

2010: Alle wollen ein Foto von Comedian Oliver Pocher, Stargast beim Jubiläum.

2010: Alle wollen ein Foto von Comedian Oliver Pocher, Stargast beim Jubiläum. Foto: Thomas Meyer

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