Kreis soll Interesse an der Immobilie Berliner Straße 1 haben
Sparkasse: Abriss, Neubau, Verkauf?

Herford (WB). Was wird aus den beiden Gebäuden der Sparkasse an der Berliner Straße und Auf der Freiheit? Kauft eins davon der Kreis? Wird das andere abgerissen? Viele Fragen, wenige konkrete Antworten aus den Verwaltungen von Stadt und Kreis Herford.

Mittwoch, 04.09.2019, 09:10 Uhr
Wird die Sparkassen-Filiale an der Berliner Straße für ein Verkaufsangebote hübsch gemacht? Nein, heißt es aus der Vorstandsetage: Es werden lediglich nach 20 Jahren die Holzfenster gestrichen. Beschlüsse für einen Verkauf an den Kreis gebe es nicht. Foto: Moritz Winde

Über die Ausrichtung der Sparkasse Herford wird regelmäßig diskutiert und deren Entwicklung beobachtet. Da seien Überlegungen, was aus den innerstädtischen Immobilien des Geldinstitutes wird, nicht neu, sagt der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Landrat Jürgen Müller.

Kreispolitik wird einbezogen

Das sagt der Bürgermeister

Vor dem Hintergrund, dass sich seit Jahren ein erheblicher Renovierungsstau am Hauptgebäude der Sparkasse gebildet habe, stellt sich für Bürgermeister Tim Kähler die Frage: »Soll man jetzt 20 Millionen Euro in die Hand nehmen und die alte Immobilie sanieren? Oder kostet es weniger, neu zu bauen und hier aber gleichzeitig Synergien zu nutzen? Das muss sicherlich intensiv diskutiert werden.«

Für Kähler sieht ein Parkraumkonzept so aus, dass nicht in die Fläche, sondern in die Höhe gebaut wird. »Ein Neubau könnte gleich mehrere Nutzungsmöglichkeiten vereinbaren: Tiefgarage, Wohnungen, Büros, Sparkassen-Filiale – alles eingebunden in einer grünen Oase. Da würde ich auf die Kreativität der Architekten setzen«, sagt der Verwaltungschef. Der Individualverkehr könne vor dem Hintergrund des Klimanotstands nicht verdammt werden. Kähler: »Es geht nicht darum: Rad und Bus ja, Auto nein. Wir müssen nach Lösungen suchen, die jede Art der Mobilität bedienen.«

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Zu Kaufabsichten des Kreises aber sei klar: »Solche Entscheidungen darf ich gar nicht im Alleingang treffen, das ist Aufgabe der Kreispolitik.« Der Sparkassenvorstand könne jederzeit Verkaufsabsichten äußern oder Angebote machen. »Ich sage dazu nur: Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass der Kreis die Immobilie an der Berliner Straße kaufen wird.«

Das lässt viel Raum für Spekulationen. Denn Fakt ist: Der Kreis Herford hat zwar Raumbedarf – im Gegenzug aber gehören ihm 35 Gebäude und 16 Liegenschaften. Zusätzlich hat er Büros im ehemaligen Kreiswehrersatzamt angemietet. Die Verwaltung hat den Auftrag, ein detailliertes Raumkonzept zu erstellen.

Raumkonzept für den Kreis

Auf dem Prüfstand steht: Was wird aus der Landwirtschaftsschule an der Ravensberger Straße? Wo kommt die Pflegeschule hin? Könnte das Straßenverkehrsamt von Kirchlengern nach Herford umziehen? Welche der 36 Häuser können verkauft werden?

Und hat der Kreis eine Absichtserklärung unterschrieben, die eine Anmietung eines leer stehenden Hauses in der Bäckerstraße beinhaltet? Jürgen Müller: »So eine Absichtserklärung kannes doch auch nicht geben. Da müsste doch ebenso die Politik vorher informiert werden.« Mitarbeiter hätten das Haus besichtigt, hätten aber keine Erklärungen unterzeichnet.

Keine Beschlüsse gefasst

Über die Zukunft der Sparkassen-Immobilien soll der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 18. September beraten; eine Tagesordnung aber gibt es bisher nicht. Nur diese Aussage: »Konkrete Planungen oder gar einen Beschluss, unsere Hauptstelle in Herford abzureißen und neu zu bauen, gibt es derzeit ebenso wenig wie einen Verkaufsbeschluss zum Standort Berliner Straße 1«, heißt es in einer Mitteilung.

Pressesprecher Peter Platz sagt weiter dazu: »Allerdings haben wir vor einiger Zeit von einem möglichen Interesse des Kreises Herford an einem perspektivischen Ankauf oder einer Anmietung unseres Gebäudes an der Berliner Straße erfahren. Dies haben wir mit Interesse zur Kenntnis genommen.«

Standorte regelmäßig geprüft

Die Sparkasse Herford überprüfe regel- und turnusmäßig all ihre Standorte auf Zukunftsfähigkeit und notwendige Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Peter Platz: »Dies gilt auch für unsere großen Standorte Auf der Freiheit und Berliner Straße 1. Hier werden derzeit mögliche Optionen ausgearbeitet und sowohl strategisch als auch betriebswirtschaftlich geprüft.«

Erst danach könne eine Entscheidungsgrundlage und parallel dazu ein Konzept bezüglich der künftigen Arbeitsplatzverteilung ausgearbeitet werden. Insgesamt sind bei der Sparkasse Herford 885 Mitarbeiter beschäftigt, 55 davon im Standort Berliner Straße 1.

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