Pfarrer Matthias Storck lädt die Mariengemeinde ein
Abschiedsfeiermit Joachim Gauck

Herford (WB). Pfarrer Matthias Storck verabschiedet sich aus Herford. Aus diesem Anlass lädt er zu einer Feier, an der auch sein Freund Joachim Gauck teilnimmt.

Donnerstag, 29.08.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 09:48 Uhr
Matthias Storck blättert im aktuellen Buch von Joachim Gauck. Zurzeit bereitet er sich auf seinen Umzug vor. Foto: Hartmut Horstmann

Wohin mit den Büchern?

Der frühere Bundespräsident wird am Mittwoch, 25. September, in der Marienkirche aus seinem aktuellen Buch »Toleranz« lesen. Matthias Storck bezeichnet die Teilnahme von Joachim Gauck als Abschiedsgeschenk für die Gemeinde.

Doch auch dem Geistlichen aus Herford kommt die Prominenz seines Gastes sehr entgegen. Denn im Mittelpunkt stehen zu müssen, ist nichts, wonach sich der 63-Jährige derzeit sehnt.

Wegen eines Burnouts, dessen Folgen sich als sehr langwierig erwiesen, schied Storck aus dem Dienst als Pfarrer (das HK berichtete). Im Augenblick packt das Ehepaar Storck die Koffer und stellt sich zum Beispiel die Frage, mit der sich viele Menschen vor einem Umzug beschäftigen: »Wohin mit den ganzen Büchern?«

Umzug nach Bielefeld

Eine Wohnung in Bielefeld ist gefunden – für die Stadt entschieden sich die Storcks, weil in ihr eine der Töchter lebt. Eine andere Option wäre Berlin gewesen, doch das hätte eine große Entfernung von allen drei Kindern bedeutet.

Matthias Storck, der aus Ostdeutschland stammt und wegen seiner Überzeugung auch in einem DDR-Gefängnis saß, kam 1988 in den Kirchenkreis Herford. 17 Jahre war er in Kirchlengern tätig, es folgte ab 2006 die Zeit an der Marienkirche.

Wenn der 63-Jährige jetzt die Gemeinde verlässt, dann schwingt viel Wehmut mit. Trotz mancher Konflikte schätzt er »das familiäre Klima«. Nur musste er feststellen, dass seine Kräfte nicht mehr ausreichen, um den Beruf eines Geistlichen so auszuüben, wie er es sich vorstellt. Auch eine Abschiedspredigt übersteige seine derzeitigen Kräfte, sagt Storck – daher die Idee einer persönlich gehaltenen Verabschiedung, die sich an die Gemeinde richtet.

»Alle Menschen mögen Joachim Gauck«

Der Kontakt zu Joachim Gauck besteht schon lange. In einem seiner Bücher hatte der frühere Bundespräsident das DDR-Schicksal des Theologie-Studenten Matthias Storck erwähnt. Auf die Idee, den Freund einzuladen, war jedoch nicht der Herforder gekommen, sondern seine Tochter. Sie schrieb Gauck an, der sich wiederum telefonisch bei ihm meldete: »Matthias, ich komme!«

Eine Lesung aus seinem aktuellen Buch betrachtet der Bald-Bielefelder als einen schönen Abschluss: »Joachim Gauck ist jemand, den alle Menschen mögen.« Außerdem müsse er dann selbst keine großen Reden schwingen, so Storck, der sich für das Rampenlicht der Kanzel nicht fit fühlt und noch einmal betont: »Wir gehen nicht in Schimpf und Schande.«

Die Veranstaltung am 25. September beginnt um 19 Uhr.

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