Antrag des Kreises für Regionale 2022: Kultur soll auf die Dörfer gebracht werden
Theater im Transportcontainer

Herford (WB). Theater statt auf der Bühne in einem Transportcontainer – das könnte ab 2022 Realität werden. Im Rahmen der Regionale haben die Kreise in Ostwestfalen und die Stadt Bielefeld den Antrag für sieben mobile Kultur-Container gestellt. Der Kreis Herford hat die Federführung übernommen.

Donnerstag, 01.08.2019, 08:00 Uhr
Normalerweise werden Güter in den Metallcontainern transportiert. Den Kreisen in Ostwestfalen und der Stadt Bielefeld aber wäre es lieber, in den Blechboxen Kultur verschiedener Genre anzubieten und somit die ländlichen Regionen daran teilhaben zu lassen. Ein Antrag für die Regionale ist gestellt. Foto: Montage Patrick Sönel

Die NWD musiziert im Schützenhof. Das Marta zeigt in seinem Gehry-Bau eine Installation. Im Theater steht ein Schauspiel auf dem Programm. Doch was wäre, wenn die Musiker, Maler und Schauspieler an ganz anderer, ungewöhnlicher Stelle ihre Kunst präsentieren würden? In einem Metallcontainer aus der Logistikbranche.

Auftrag einer Machbarkeitsstudie

»Die Idee ist gar nicht so neu. Solche Projekte hat es schon in manchen Städten gegeben. Aber so ein Ortswechsel ist selten, für die ostwestfälische Region wäre es eine Premiere«, sagt Dezernent Norbert Burmann, der beim Kreis Herford für das Projekt zuständig ist. Hintergrund ist, dass Kunst überwiegend in den größeren Städten angeboten werde, aber auch die Menschen in den ländlichen Gebieten daran teilhaben wollen. »Wir wollen mit den Containern die Kultur auf die Dörfer bringen«, so Burmann.

Das Konzept haben die Kreise und die Stadt Bielefeld für die Regionale 2022 in Ostwestfalen angemeldet – entschieden ist noch nichts. Die Initiatoren aber sind so zuversichtlich, für dieses Projekt Fördermittel zu bekommen, dass man bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Burmann: »Verwendet werden sollen sieben unterschiedlich ausgestattete Transportcontainer, die – zeitlich befristet – an verschiedenen Standorten aufgestellt werden. Mal könnte einer in Rödinghausen, mal in Eilshausen, mal in Mennighüffen stehen.«

Lounge für Kulturdialoge

Die stählernen Ungetüme sehen von außen trist aus, könnten aber in einer auffälligen kreativen Gestaltung für hohe Aufmerksamkeit sorgen. Innen sollen sie mit Leben gefüllt werden. In jedem Dorf könnte die eigene, auch ortstypische Kreativität sichtbar gemacht werden. Burmann: »So werden die Container zur Bühne für Konzerte, Theater oder Lesungen, zum Atelier oder Experimentierlabor, zum Kino oder Aufnahmestudio.« Zusätzlich könnte der Blechkasten sogar zur Lounge für spannende Kulturdialoge umfunktioniert werden.

Gemeinsam mit den Kunstschaffenden und Kulturvereinen in den jeweiligen Städten sollen die Veranstaltungen für die Bespielung der Container entwickelt werden – für alle Altersklassen. Insbesondere aber junge Menschen wollen die Initiatoren mit dieser experimentellen Kunstbühne ansprechen. Sie könnten sich durch eigene kreative Projekte einbringen oder kämen nur als Zuschauer.

Darbietungen ohne Vorgaben

Burmann. »Vorstellbar wäre auch ein so genannter Open Space. Der Container wird also ein offener Raum für kulturelle Aktionen ohne Vorgaben oder strukturelle Begrenzungen, also für ganz spontane Darbietungen.«

In wenigen Wochen werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen. Im Rahmen des laufenden Prozesses zur Regionale 2022 geht das Projekt der Kultur-Container dann an die Gremien für das weitere Entscheidungsverfahren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6818861?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Experten begutachten Corona-Hygienepläne im Tönnies-Werk
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker