Interview mit SG-Präsident Heinz Richter zum Westfälischen Schützentag in Herford – mit Video
»Wir wollen wieder anerkannt werden«

Herford (WB). Zum zweiten Mal nach 1999 findet der Westfälische Schützentag am 4. und 5. Oktober in Herford statt. Die Schützengesellschaft von 1832 ist Ausrichter und will mit der Großveranstaltung mit mehreren Tausend Gästen auch das Image des Schützenwesens verbessern. Das erklärte SG-Präsident Heinz Richter im Interview mit Lars Krückemeyer.

Freitag, 26.07.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 26.07.2019, 10:34 Uhr
Blicken dem Westfälischen Schützentag voller Zuversicht entgegen: Präsident Heinz Richter (Mitte) und seine Vorstandskollegen Oberst Uwe Thies und Vizepräsidentin Sylvia Czenterra-Thies zeigen die Fahne der SG Herford vor dem Schützenhof. Foto: Lars Krückemeyer

Herr Richter, für die Nicht-Schützen: Erklären Sie bitte mal, welche Bedeutung der Westfälische Schützentag für die Vereine und Mitglieder hat.

Heinz Richter: Wir können uns in einem großen Rahmen darstellen: was wir sind und was wir wollen. Und – das ist sehr wichtig – dass wir eine Berechtigung haben, obwohl der Ruf der Schützen in den letzten Jahren nicht der allerbeste war. Wir hier haben zu sehr an alten Traditionen festgehalten und den Umschwung in der Gesellschaft zu spät erkannt. Der Schützentag soll uns eine Chance zur Wiederbelebung eröffnen, auch in der Wahrnehmung in der Bevölkerung und in der Öffentlichkeit; dass man uns wieder anerkennt. Mit Militär zum Beispiel hat das Schützenwesen heute nichts mehr zu tun.

 

Wie kam es zur Bewerbung der SG Herford und mit welchem Aufwand ist die Ausrichtung verbunden?

Richter: Letztlich war es ein Glücksfall. Ursprünglich wollten wir es schon im vergangenen Jahr machen, doch dann hat Gelsenkirchen den Zuschlag erhalten und wir sind eben jetzt dran. Darüber sind wir inzwischen sogar froh, weil genau vor 20 Jahren der letzte Schützentag in Herford war und der Westfälische Schützenbund sein 70-jähriges Bestehen feiert.

Der Aufwand für die Veranstaltung ist unglaublich groß. Das sieht man daran, dass der Schützenbund noch keine Bewerber für die Jahre 2022 bis 2025 hat. Die meisten Vereine sind einfach nicht groß genug und müssen immer mehr und schärfere Gesetze und Vorschriften erfüllen.

»Alleine nicht zu schaffen«

Warum hat sich die Gesellschaft trotzdem für die Ausrichtung entschieden?

Richter: Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das alleine nicht schaffen können. Wir haben unseren Bürgermeister Tim Kähler um Unterstützung gebeten. Er hat sofort die Wichtigkeit des Schützentages und dessen Bedeutung für die Stadt Herford erkannt. Ganz besonders hilft uns in der Vorbereitung Manfred Bischoff von Pro Herford, zum Beispiel in den Gesprächen mit den Ordnungsbehörden. Bei uns treffen sich regelmäßig zwei Teams, am Ende werden etwa 50 Mitglieder involviert sein.

Was erhofft sich die Schützengesellschaft nachhaltig?

Richter: Wir wollen in Herford wieder das Interesse an den Schützen entwickeln. Früher gab es hier keinen Anwalt oder Geschäftsmann, der nicht in der Gesellschaft war. Das ist im Laufe der Jahre zusammengebrochen. Da sind Fehler gemacht worden, die wollen wir wieder ausbügeln. Der Westfälische Schützentag soll der Anfang sein.

»Fußball und Handball haben es leichter«

Den ersten Schritt haben wir übrigens schon unter meinem Vorgänger getan, indem wir uns – zunächst unter großen Widerständen – für Frauen geöffnet und die Männerwirtschaft beendet haben. Wir wollen auch die Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Fußball, Handball und Tennis haben es da leichter, weil sie viel mehr in den Medien vertreten sind.

Was sind die wichtigsten Programmpunkte des Westfälischen Schützenbundes?

Richter: Ich denke da an das Sammeln und Antreten mit dem anschließenden Durchmarsch, die Ehrung durch die Stadt Herford auf der Rathaustreppe und den »Grünen Abend« im Schützenhof. Zudem haben wir ein Rahmenprogramm für die Gäste organisiert, die nicht an offiziellen Terminen teilnehmen wollen.

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