Brandhaus am Lübbertor in Herford: Bisheriger Generalmieter wird nicht wieder einziehen – Sanierung hat begonnen Wilhelmshof zieht sich zurück

Herford (WB). 100 Tage ist es her, dass der Großbrand das Haus mit 15 Seniorenwohnungen am Lübbertor unbewohnbar machte. »Wir werden es wieder aufbauen«, hatte Bernd-P. Heinrich am Tag nach dem Brand versprochen. Seiner Frau gehört die 1963 erbaute sechsgeschossige Immobilie. Und er hält Wort: »Die Arbeiten laufen, es geht Schritt für Schritt voran«, erklärt er im Gespräch mit dem HERFORDER KREISBLATT. »Derzeit wird das Haus vom Schutt befreit«, sagt der Bielefelder Immobilienprojektierer.

Von Bernd Bexte
Das Haus am Lübbertor wird derzeit vom Schutt befreit. Ein Unternehmen aus Oerlinghausen füllt Mulde um Mulde.
Das Haus am Lübbertor wird derzeit vom Schutt befreit. Ein Unternehmen aus Oerlinghausen füllt Mulde um Mulde. Foto: Bexte

Damit ist das Fachunternehmen Thorsten Bänisch aus Oerlinghausen beauftragt. Immer mehr Beteiligte würden für das Projekt jetzt ins Boot geholt. »Wir müssen viele Anträge stellen und Genehmigungen einholen. Das wird alles dauern«, dämpft Heinrich die Hoffnung auf eine rasche Sanierung. Über einen möglichen Zeitpunkt der Fertigstellung möchte er deshalb nicht spekulieren. »Wir wissen ja noch gar nicht, was im Laufe der Sanierung noch alles auf uns zukommt.« Darum könne er auch keine Angaben zur Gesamtschadenshöhe oder zur notwendigen Investitionssumme machen.

Mietvertrag aufgelöst

Sein Ziel bleibe, das Haus »so schnell wie möglich« wieder bezugsfertig zu machen. »Wichtig ist vor allem, dass die Ladenlokale im Erdgeschoss rasch wieder genutzt werden können.« In den oberen Geschossen sollen erneut Apartments entstehen. »Für kleine Wohnungen in der Innenstadt gibt es Bedarf«, ist sich Heinrich sicher. Sicher ist auch, dass die Löhner Wilhelmshof Senioren Wohnen GmbH die Apartments nach der Fertigstellung nicht mehr nutzen wird. »Für uns ist an diesem Standort Schluss«, sagt Geschäftsführerin Britta Lehmann.

Der auf 15 Jahre geschlossene Mietvertrag sei im gegenseitigen Einvernehmen beendet worden. Die GmbH war seit 2007 Generalmieter der 15 Wohnungen, hätte hier also ein Mietrecht bis 2022 mit der Option auf eine Verlängerung. Das sei mit dem Großbrand jetzt hinfällig geworden. Die ehemaligen Bewohner hätten mittlerweile alle ein neues Zuhause gefunden – bis auf einen Mann. Wie berichtet, sucht der 50 Jahre alte Aliriza Kaya immer noch eine Bleibe. Er war nach dem Brand in einer städtischen Notunterkunft untergekommen.

72-Jährige kam ums Leben

Bei dem Feuer am Lübbertor war Anfang April eine 72-jährige Frau in ihrem Apartment ums Leben gekommen. Kerzen hatten den Brand ausgelöst. Die Frau lebte dort bereits lange ohne Strom – wegen Schulden beim Versorger. Einem gesetzlichen Betreuer hatte sie am Tag zuvor den Zutritt zu ihrer Wohnung verweigert.

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