Eckhart Klemens (FDP) verteidigt Entscheidung für die rauen Steine in der Herforder Innenstadt
Dem Granitpflaster fehlt ein Regenguss

Herford (WB). Schnell verdreckt, schlecht zu reinigen: Das neue Granitpflaster in der Herforder Innenstadt hat für Diskussionen gesorgt . Nach dem Hoekerfest sind die Verschmutzungen vielerorts nicht mehr zu übersehen.

Mittwoch, 03.07.2019, 22:22 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 14:26 Uhr
Die Verschmutzungen auf dem neuen Granitpflaster in der Innenstadt sind spätestens seit dem Hoekerfest nicht mehr zu übersehen. SPD-Mann Eckhart Klemens geht die Kritik daran jedoch zu weit: »Ich denke, dass die Steine nach einem kräftigen Regenguss wieder ganz anders aussehen.« Foto: Winde

FDP-Politiker Eckhart Klemens, der als Mitglied des Bau- und Umweltausschusses seinerzeit selbst für dieses Pflaster gestimmt hat, verteidigt diese Entscheidung jetzt in einer Stellungnahme. Richtig sei, dass sich durch die gestockte, raue Oberfläche der Steine Staub und Schmutzpartikel schneller darauf absetzen würden. Man habe sich jedoch bewusst für genau diese Oberfläche entschieden, da sie griffiger sei und die Rutschgefahr somit deutlich geringer als bei einer geschliffenen oder gesägten Oberfläche ist.

Dass man Flecken, die durch Eis, Bier und Limo verursacht wurden, so deutlich sehe, sei darauf zurückzuführen, dass diese Substanzen Zucker und Farbstoff enthalten, was nach dem Abtrocknen hässliche Flecken hinterlasse. Dies sei bei geschliffenen Oberflächen und anderen Materialien im Übrigen aber genauso zu beobachten. Auf keinen Fall könne davon die Rede sein, dass das Pflaster die Flüssigkeit förmlich »aufsauge«, wie es ein Artikel in dieser Zeitung suggeriert habe.

Fußgängerzone mache einen guten Eindruck

Das warme Wetter ohne signifikante Regengüsse über einen längeren Zeitraum verschärfe den Eindruck. Regen würde den Zucker und Farbstoff lösen und abspülen, schreibt Klemens. »Ich denke, dass die Oberfläche dann wieder ganz anders aussieht.« Wie jeder andere Bodenbelag setze auch dieses Granitpflaster nach geraumer Zeit eine Patina an. Schon jetzt aber könne man von einer gelungenen Fußgängerzone sprechen, die einen guten Eindruck mache.

Wolfgang Rullkötter, Geschäftsführer der Service-Gesellschaft für Wirtschaft und Kommunen (SWK) hatte im HERFORDER KREISBLATT gesagt, dass die Reinigung des Pflasters Schwierigkeiten bereite. Man habe verschiedene Möglichkeiten getestet, sämtliche Verfahren hätten nicht überzeugt.

»Am effektivsten ist es, die Steine per Hand und Schrubber zu säubern, wie wir es unter Bänken, Mülleimern und Spielgeräten tun«, sagte Rullkötter. Doch dafür reicht die Zahl der Mitarbeiter nicht. Nötig sei in jedem Fall die Anschaffung einer neuen Reinigungsmaschine, die zwischen 50.000 und 100.000 Euro kosten soll.

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