Udo Knake campiert für eine Wimbledon-Karte vor dem Centre Court
Ein Tennis-Traum geht in Erfüllung

London (WB). »Ich bin drin!« Die Euphorie in Udo Knakes Stimme ist nicht zu überhören. Der Herforder hat sich seinen Traum erfüllt, eine Eintrittskarte für das älteste Tennisturnier der Welt in Wimbledon zu ergattern – nach einer Nacht im Freien.

Dienstag, 02.07.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 07:06 Uhr
Ganz nah dran: Der Herforder Udo Knake sieht auf dem Centre Court das Eröffnungsspiel der Herren. Im Hintergrund bereiten sich die Spieler Philipp Kohlschreiber (links) und Novak Djokovic vor.

Denn: Tickets im Internet zu bestellen, ist nahezu aussichtslos. Um die einmalige Atmosphäre und Spiele auf dem »heiligen Rasen« zu erleben, bleibt für viele nur eine Chance: Sie campieren vor der Anlage, erhalten eine so genannte Queue-Nummer für die Schlange am nächsten Morgen und hoffen auf eine der frei verkäuflichen Tageskarten – quasi wie an der Fleischtheke im Supermarkt. »In der Nacht auf Montag haben etwa 2500 Fans ausgeharrt. Und es werden in den nächsten Tagen noch mehr. Das ist wie eine kleine Stadt«, berichtet der 54-Jährige.

Nacht unter freiem Himmel

Als einer der wenigen verbringt er die Nacht bei 12 Grad unter freiem Himmel nicht im Zelt, sondern auf einer Thermomatte in einem Mumienschlafsack. Seine Nachbarn – ein Chinese und ein indischer Tennis-Verrückter – bemitleiden ihn ein wenig. »Ich habe trotzdem gut geschlafen, bestimmt fünf, sechs Stunden«, sagt Knake.

Am Sonntag, 30. Juni, hat sich der Herforder in Bremen ins Flugzeug gesetzt, landet in Stansted und bezieht mit den anderen Tennis-Enthusiasten umgehend sein provisorisches Quartier. Sein großes Ziel: eine Karte für die Spiele am folgenden Tag. Denn auf dem Centre Court eröffnet der an Nummer eins gesetzte Titelverteidiger Novak Djokovic gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber die Herren-Konkurrenz.

Karte kostet 64 Pfund

Dieser Traum geht in Erfüllung. Denn mit seiner relativ niedrigen Queue-Nummer 784 liegt Knake gut im Rennen und viele Fans mit einer noch kleineren Nummer verzichten, weil sie lieber am Dienstag Roger Federer und Rafael Nadal sehen wollen. Und so ist Knake mittendrin, als Djokovic vor 15.000 Fans in die 2. Runde einzieht, Australian-Open-Siegerin Naomi ŌOsaka aufschlägt und die englischen Fans ihren Lokalmatador Kyle Edmund frenetisch anfeuern.

64 Pfund (71 Euro) bezahlt Udo Knake für die Karte und schaut sich auch Spiele auf den kleineren Nebenplätzen an, wo schon mancher Favorit früh gestrauchelt ist und sich oft Tennis-Dramen abspielen. 19 Courts gibt’s an der Church Road insgesamt. »Auf den Nebenplätzen herrscht eine ganz andere, besondere Stimmung«, weiß Udo Knake.

 

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