Barber Angels schneiden Bedürftigen kostenlos die Haare »Engel« mit Schere und Föhn

Herford (WB). Premiere beim Herforder Mittagstisch: Die Barber Angels haben den Bedürftigen einen Haarschnitt verpasst – natürlich kostenlos.

Von Siegfried Huss
Waschen, schneiden, föhnen: Mehr als 100 Gäste bekommen zur Freude des Herforder Mittagstischteams von den Barber Angels die Haare geschnitten. Unternehmen spendeten zudem Pflegemittel für die Haar- und Körperpflege.
Waschen, schneiden, föhnen: Mehr als 100 Gäste bekommen zur Freude des Herforder Mittagstischteams von den Barber Angels die Haare geschnitten. Unternehmen spendeten zudem Pflegemittel für die Haar- und Körperpflege. Foto: Siegfried Huss

Diese erstmalige Frisieraktion für Bedürftige wie Obdachlose ermöglichte die Ortsgruppe Ostwestfalen-Lippe des deutschlandweit aktiven Vereins Barber Angels Brotherhood.

Kostenlose Friseurdienstleistung

»Wir Barber Angels sind Friseurinnen und Friseure, die als Mitglieder des karitativ tätigen Vereins in ganz Deutschland obdachlosen und bedürftigen Menschen ihre Friseurdienstleistungen umsonst zur Verfügung stellen«, erläuterte Regionalsprecher Uwe Kennemund aus Hiddenhausen.

»Die Resonanz ist groß«

Die Resonanz auf die Angebote sei groß. Kennemund: »Wir erleben auch, dass sich Menschen nach der Behandlung wieder an ihr altes Selbstbewusstsein erinnern und den Mut fassen, zu Bewerbungsgesprächen zu gehen und einen Job finden!«

Der Herforder Mittagstisch in der Hermannstraße ist eine Initiative der evangelisch-reformierten Petri-Kirchengemeinde. Sie lädt seit mehr als 20 Jahren mittellose und einsame Menschen zu einer warmen Mahlzeit ein. »Wir kochen selbst, gehen vom gespendeten Geld einkaufen oder verwenden gespendete Lebensmittel«, sagt Vorstandsmitglied Birgit Alice Nolte-Kristen.

Helfende Hände sind beim Mittagstisch willkommen

Geleitet wird der Mittagstisch von Barbara Firidin. Möglich gemacht wird das umfangreiche Angebot für Bedürftige von 80 Ehrenamtlichen, »wobei immer noch freiwillig helfende Hände willkommen sind«, fügt Nolte-Kristen an.

Die Initiative zur Gründung der Barber Angels Brotherhood ging vom Friseurmeister Claus Niedermaier aus, der im schwäbischen Biberach an der Riß einen eigenen Friseursalon betreibt. Nach einem Fernsehbericht über frierende obdachlose Menschen hatte er das Bedürfnis zu helfen.

Die Barber Angels zählen 250 Vereinsmitglieder

Mit befreundeten Kollegen entwickelte er daraufhin das Konzept der Barber Angels und gründete im November 2016 diesen Klub, der ein Jahr später als eingetragener Verein tätig ist. »Inzwischen sind wir deutschlandweit mit mehr als 250 Vereinsmitgliedern unterwegs, um auf eigene Kosten einmal im Monat in unserer Freizeit Gutes zu tun«, sagt Uwe Kennemund.

Zum Konzept gehöre ein einheitliches Erscheinungsbild aller Mitglieder, die in einer Uniform vergleichbaren rockerähnlichen Aufmachung in schwarzen Lederwesten mit aufgenähten Vereinsemblemen arbeiten. Die soll den Einstieg ins Gespräch erleichtern und den Widererkennungseffekt steigern.

Und noch ein kleines Geschenk obendrauf

»Unsere Ausrüstung, unter anderem spezielle Waschhauben, bringen wir Barber Angels mit. Dank der Unterstützung durch Sponsoren können wir unseren Gästen als Engel mit Scheren nach dem Waschen, Haarschnitt oder Barttrimmen noch ein kleines Carepaket mit Pflegeprodukten wie Shampoo, Kamm und Spiegel als Geschenk mitgeben.«

Dem Chapter OWL, vergleichbar mit einer Ortsgruppe, wie es Uwe Kennemund beschreibt, gehören derzeit 25 Friseurinnen und Friseure an, viele davon aus dem Kreis Herford. Er versprach: »Wir wollen künftig alle vier Monate zum Herforder Mittagstisch kommen, um Bedürftigen wie Obdachlosen die Haare zu schneiden.« Am Sonntag konnten 15 Friseurinnen und Friseure mehr als 100 Gäste mit einem schicken Haarschnitt erfreuen.

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