Großaufgebot in der Innenstadt: Polizei, Stadt und Zoll kontrollieren Lokale Nächtliche Razzien in Herforder Shisha-Bars

Herford (WB). Es war eine der größten Kontrollen in Herford: Mit mehr als 100 Kräften haben Polizei, Zoll und Stadt in der Nacht zu Samstag Shisha-Bars, Spielhallen, Kneipen und Imbissbuden durchsucht.

Von Moritz Winde
Polizisten der Hundertschaft aus Bielefeld sichern in der Nacht zu Samstag eine Shisha-Bar in der Herforder Innenstadt.
Polizisten der Hundertschaft aus Bielefeld sichern in der Nacht zu Samstag eine Shisha-Bar in der Herforder Innenstadt. Foto: Moritz Winde

Die Aktion gehörte zum Präsenzkonzept Innenstadt. Sie war streng geheim. War dennoch etwas durchgesickert? Ausgerechnet die Shisha-Bar in der Steinstraße hatte an diesem Abend geschlossen. »Das ist schon seltsam an einem Freitag«, sagte ein Polizist.

In der kleinen Gasse im Quartier Radewig gegenüber der Großdiskothek High Club (früher Go Parc) und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof war es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewaltszenen gekommen, zuletzt Ende Mai. Für manche ist dieser Bereich ein Angstraum, der in der Dunkelheit nicht betreten wird.

Erst vor drei Wochen waren Mitglieder rivalisierender Familien dort aufeinander losgegangen. Etwa 30 Männer waren an der Massenschlägerei beteiligt. Mit einem Großaufgebot konnte die Polizei letztlich Schlimmeres verhindern. Es gab Festnahmen und einen Verletzten.

Gäste reagieren recht gelassen

Herfords Polizeisprecher Uwe Maser betonte am Freitag, die Razzien seien keine unmittelbare Reaktion auf diesen Vorfall. »Die Vorbereitung einer solchen Aktion ist von langer Hand geplant und braucht mehrere Wochen, alleine schon wegen der Abstimmung mit den verschiedenen Behörden.«

Politiker hatten nach der Prügelei auf offener Straße Konsequenzen gefordert. Maser sagte, dieser Einsatz habe nichts mit einem Kampf gegen Clan-Kriminalität zu tun.

Kurz vor Mitternacht schlugen die Beamten zu – und zwar zeitgleich an mehreren Orten. Besonders im Visier: die Shisha-Bars am Bahnhof, an der Bügelstraße und an der Berliner Straße. Die Herforder Polizei und der Zoll wurden von Kräften der Bielefelder Einsatzhundertschaft unterstützt. Das Ordnungsamt, das Jugendamt, das Ausländeramt, die Gewerbeaufsicht, die Feuerwehr sowie die Steuerfahndung waren ebenfalls im Einsatz.

Der Großteil der Gäste reagierte recht gelassen auf die Durchsuchungen. Die überwiegend jungen Männer nippten währenddessen an Getränken und pafften Pfeifen. Einige schienen die Polizisten regelrecht auszulachen. »Das ist schon ein sehr provokantes Verhalten«, ärgerte sich ein Beamter. Aus der Ruhe ließen sie sich dennoch nicht bringen.

Einem Bar-Betreiber war die Razzia offenbar gar nicht recht. Er sorgte sich ums Image. »Wenn das öffentlich wird, brauchen wir morgen gar nicht mehr zu öffnen.«

50 Personen wurden überprüft

Neben zollrechtlichen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die zur Anzeige gebracht wurden, seien mehr als 50 Personen überprüft worden, sagte Uwe Maser. Zudem seien Identitätsfeststellungen aus Gefahren abwehrenden Gründen erfolgt. »Wir haben drei Platzverweise ausgesprochen. Es haben Personen versucht, die polizeilichen Maßnahmen zu stören. Diese sind daher von den Kontrollorten verwiesen worden.« Ausländerrechtliche Verstöße seien ebenso festgestellt worden.

Rauschgift oder Waffen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht gefunden. Es gab keine Festnahmen.

Eine detaillierte Auswertung des Gesamteinsatzes soll in den nächsten Tagen durch die entsprechenden Dienststellen erfolgen.

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