Debatte im Sportausschuss – Delegation besichtigt Eisstadion in Iserlohn
Braucht Herford eine neue Eishalle?

Herford (WB). Es gab im Sportausschuss viele gute Argumente, warum den Eissportlern des HEV und der TGH ab dem 1. September die komplette Hallenmiete erlassen werden soll.

Freitag, 07.06.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 11:40 Uhr
Der Herforder EV (in Rot Florian Kiel) ringt um seine Zukunft: Zweimal in Folge war der Verein Regionalliga-Meister geworden, hatte aber aus finanziellen Erwägungen auf den Aufstieg in die Oberliga verzichtet. Die Politik beschäftigt derzeit die Frage, ob in Herford eine neue Eissporthalle gebaut werden soll. Foto: Lars Krückemeyer

Da war von Gleichberechtigung gegenüber anderen Vereinen die Rede, die städtische Einrichtungen kostenlos nutzen können. Von Kunstrasenplätzen, die längst zum Standard geworden sind. Und davon, dass die Trainings- und Spielzeiten beim Eishockey-Verein zu 65 Prozent von Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

Beschlüsse in anderen Gremien

»Das Geld geht ja nicht für eine schöne Weihnachtsfeier in die Vereinskasse. Damit wird Sport ermöglicht«, sagte Ausschussmitglied Lothar Wienböker (Bürger für Herford). Und so wurde schließlich dafür gestimmt, eine Beschlussempfehlung an die weiteren Gremien auszusprechen. Beim HEV würde das etwa 50.000 Euro pro Jahr ausmachen, bei den TGH-Eiskunstläufern etwa 10.000 Euro.

Klaus-Dieter Hartel (Grüne) enthielt sich als einziger. Er hatte vorgebracht, dass die Stadt dem HEV bereits bei der Ausweitung der Hallenzeiten mit der Übernahme von 130.000 Euro pro Jahr entgegengekommen war.

FDP will noch beraten

Das Thema Eishockey und Eishalle beschäftigte den Ausschuss ein weiteres Mal. Der Stadtsportverband legte in Sachen Stadtentwicklungsplan Herford 2030 vier Schwerpunkte nach, nachdem er sich der in ersten Fassung unterrepräsentiert gefühlt hatte.

Einer davon: Die Schaffung eines Sportzentrums mit dem Schwerpunkt Eishockey – sprich eine neue Eishalle. Günther Klempnauer (FDP) wollte der Aufnahme dieses Themas in Herford 2030 »nicht über die Köpfe der Fraktion hinweg zustimmen« und meldete Beratungsbedarf an. Nun wird darüber in der nächsten Sitzung weiter diskutiert.

Erste Mannschaft finanziert Eiszeiten

Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Jürgen Berger, will erreichen, dass ernsthaft über den Bau einer neuen Eishalle nachgedacht wird: »Das heißt doch noch längst nicht, dass wir sie auch bauen, sondern nur, dass wir mal darüber nachdenken.«

Uwe Johann, Vorsitzender des Herforder EV, würde sich freuen, sollte die Übernahme der Hallenmiete am 14. Juni im Stadtrat beschlossen werden. »Dann würde unser Nachwuchs nicht mehr am Tropf der ersten Mannschaft hängen. Denn die finanziert mit ihren Heimspielen die Eiszeiten.«

HEV will raus aus der Liga

Er machte aber auch deutlich, dass allein damit die Existenz der ersten Mannschaft nicht gesichert werden kann: »Um auf Dauer konkurrenzfähig zu bleiben, muss sich auch in Sachen Sitzplätze und Einnahmen aus dem Catering etwas tun.« Der Verein war zuletzt zweimal in Folge Regionalliga-Meister geworden, hatte aber jeweils aus finanziellen Erwägungen auf den Aufstieg in die Oberliga verzichtet.

Das Dilemma: Die Regionalliga blutet aus (zwei Vereine haben sich für die nächste Saison abgemeldet), gute Spieler wollen nicht für diese Spielklasse nach Herford kommen und es sind immer die selben Gegner. Kurzum: Der HEV will 2020 raus aus dieser Liga.

Besuch in Iserlohn

Grundsätzliche Ablehnung für eine neue Halle gibt es seitens der Politik nicht. Am 28. Juni macht sich eine Delegation um Bürgermeister Tim Kähler und des Vereins auf den Weg nach Iserlohn, um die Spielstätte des DEL-Teams Iserlohn Roosters zu inspizieren. »Wir wollen uns ansehen, wie das Betriebsmodell dort funktioniert. Der HEV ist dankbar, dass die Politiker bereit sind, darüber nachzudenken. Das ist ein großer Schritt«, sagt Uwe Johann.

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