Ute Zill erreicht Hildesheim – zwischendurch lieber wandern statt laufen
Laufend von Berlin nach Herford: Verlockendes Angebot

Hildesheim/Herford (WB). Es ist passiert – auf ihrer Laufstrecke von Berlin in die alte Heimat Herford hat Ute Zill (48) für eine Teilstrecke den Zug genommen. Aber nicht etwa, um sich Kilometer zu erschleichen.

Donnerstag, 06.06.2019, 10:27 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 10:30 Uhr
Ute Zill am Braunschweiger Bahnhof: Dieser Zug würde ihre eine Menge Kilometer ersparen. Doch die Hobbyläuferin bleibt standhaft. Foto: Ute Zill

Die gute Laune lässt sich die Frau, die in Herford aufwuchs aber seit 24 Jahren in Berlin lebt, nicht nehmen. »Man sollte mich zwar morgens die ersten zehn Minuten nicht sehen«, gibt die Hobbysportlerin lachend zu. »Da laufe ich wie auf Eiern.« Aber sobald sie wieder auf der Strecke sei, ginge es eigentlich. Was ihr mittlerweile allerdings echt zu schaffen mache, sei die Sonne: »Es war – glaube ich – der siebten Tag in Folge, an dem es nur so vom Himmel geknallt hat.«

Vorsicht vor dem Sonnenstich

Deshalb fiel vor der siebten von insgesamt zehn Etappen die Entscheidung: wandern statt laufen. »Sonst hätte ich einen Sonnenstich bekommen«, sagt Zill. Zudem sei der Verkehr auf der Strecke Richtung Hildesheim, wo Zill zusammen mit ihrer großen Schwester als Radbegleitung Mittwochnachmittag ankam, beträchtlich gewesen.

Bevor es überhaupt los ging mit der Etappe, musste Zill sich eigenen Angaben zufolge eines kleinen Kniffs bedienen: Weil entlang der eigentlichen Strecke keine Übernachtungsmöglichkeit mehr zu bekommen gewesen sei, musste die Redakteurin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) nach Braunschweig ausweichen. Um wieder halbwegs in Richtung der zuvor ausgetüftelten Strecke zu kommen, habe sie sich kurzerhand in den Zug nach Lengede gesetzt.

»Aber keine Sorge: Die paar gewonnen Kilometer habe ich längst als ›Verlauf-Guthaben‹«, schreibt Zill auf Facebook. Doch am Bahnhof wartete Zill zufolge gleich eine kleine Versuchung – die Regionalbahn nach Bielefeld. Doch sie habe widerstanden, betont die Läuferin augenzwinkernd.

Bald geht’s in den Endspurt

Am Donnerstagnachmittag soll die Strecke im niedersächsischen Bad Münder enden. Etwa 37 Kilometer liegen vor Zill. Dann geht es schon in den Endspurt, schließlich will die gebürtige Ostwestfälin am Samstag die Münsterkirche in Herford erreichen. »Allerdings weiß ich noch nicht, ob ich mir die richtige Strecke rausgesucht habe«, überlegt Zill. Inzwischen würde die Landschaft deutlich hügeliger, die Routen führten immer öfter an verkehrsträchtigen Straßen vorbei. Und was das Wetter noch vor habe, dass müsse sich auch erst noch zeigen...

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