Herforderin bricht sich Handgelenk – Anleinpflicht gilt auch bei einer Begegnung
Beim Joggen von Hund attackiert

Herford (WB). Silvia Meier ist begeisterte Freizeitsportlerin. Seit vielen Jahren joggt sie regelmäßig auf den Wegen unterhalb des Stuckenbergs. Jetzt nicht mehr. Der Grund: Weil ein nicht angeleinter Hund auf sie losging, stürzte die Herforderin unglücklich und brach sich das Handgelenk.

Donnerstag, 06.06.2019, 08:30 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 11:00 Uhr
Joggerin Silvia Meier hat auf ihrer Laufstrecke im Bereich des Wüs­tener Wegs schlechte Erfahrungen gemacht: Auf dem Weg »Im Rehwinkel« wurde sie von einem nicht angeleinten Hund attackiert – sie stürzte und brach sich das Handgelenk. Foto: Peter Schelberg

Am 9. Mai war Silvia Meier nachmittags in der Birkenstraße gestartet, »um eine halbe Stunde locker zu laufen« – im schönen Naherholungsgebiet unweit des Waldrestaurants Steinmeyer: »Das ist eine wunderschöne Strecke, und beim Sport kommen mir die besten Gedanken.«

»Die wollen doch nur spielen«

Auch diesmal begegneten ihr immer wieder Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner nicht angeleint hatten. »Das ist für viele völlig normal. Die lassen ihre Hunde laufen und haben sie zeitweise gar nicht mehr im Blick«, weiß die Herforderin: »Ich habe schon Leute angesprochen und gebeten, ihre Hunde anzuleinen oder zur Seite zu nehmen – mit Rücksicht auf Spaziergänger oder Jogger. Aber die Antwort ist meist: »›Die tun nichts‹ oder ›Die wollen doch nur spielen‹.«

Bei Hundeattacke vor Schreck gestürzt

Sie hat andere Erfahrungen gemacht: Auf dem schmalen Weg »Im Rehwinkel« begegnete ihr ein junges Paar mit zwei Hunden, die nicht angeleint waren: »Als ich vorbeilief, ging einer auf mich los und fletschte die Zähne.« Sie erschrak, stolperte und stürzte in einen Graben. Dabei verletzte sie sich an der Hand. »Der Besitzer wollte zwar einen Arzt rufen – aber ich stand so unter Schock, dass ich nur gesagt habe, er solle mich in Ruhe lassen.«

Diagnose: »glatter Speichenbruch«

Beide seien weitergegangen, und leider habe sie vergessen, sich die Personalien geben zu lassen. Ihre Tochter fuhr sie später ins Klinikum, Diagnose dort: »Glatter Speichenbruch«. Unter Vollnarkose wurde operiert, seitdem ist die Hand eingegipst: »Jetzt stehen noch zwei Wochen Physiotherapie an«, sagt Silvia Meier: »Aber ich freue mich, dass ich dann wieder Sport treiben kann.«

Eine Bewegungseinschränkung des Handgelenks werde bleiben, haben ihr die Ärzte gesagt. Bei der Polizei hat sie den Fall gemeldet: »Aber weil ich den Besitzer nicht identifizieren konnte, ist die Chance gleich Null, ihn ausfindig zu machen.«

Die gelernte Gärtnerin betont, dass sie nichts gegen Hunde habe: »Aber es kann nicht sein, dass dort Hunde unangeleint herumlaufen und Menschen gefährden.« Joggen will sie auf ihrer alten Strecke nicht mehr: »Ich habe dort einfach Angst, dass nochmal was passiert.«

Anleinpflicht »im Begegnungsfall«

Ordnungsamtsleiter Lothar Sobek verweist auf den Flyer »Hunde in Herford« , der allen Hundehaltern mit dem Steuerbescheid zugesandt worden ist. Danach dürfen Hunde außerhalb von Wohngebieten zwar frei laufen: »Im Begegnungsfall müssen sie aber sofort angeleint werden.«

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