Wemhöner-Preisträger Peter Wächtler entwickelt ein Mobile
Kunst unter der Decke

Herford (WB). Als Peter Wächtler das erste Mal nach Herford kam, um nach Inspirationen für ein Kunstwerk zu suchen, war es kalt. Mittlerweile scheint die Sonne – und die Zeit ist reif für seine Kunst.

Mittwoch, 05.06.2019, 14:18 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 12:44 Uhr
Ein Mobile aus überdimensionierten Füllfederhaltern hängt unter der Decke des Marta-Cafés (Kupferbar). Entworfen hat es der Wemhöner-Preisträger Peter Wächtler. Die Arbeit soll an seinem derzeitigen Ort dauerhaft bleiben – im Unterschied zu den Werken der bisherigen Preisträger. Foto: Hartmut Horstmann

Füllfederhalter aus Aluminium

Wemhöner-Preisträger Peter Wächtler hat ein Mobile entwickelt, dessen Objekte aus Aluminium bestehen. Genauer gesagt: Er hat sich für überdimensionierte Modelle von Füllfederhaltern entschieden, die er von der Decke des Marta-Cafés (Kupferbar) hängen lässt.

Vor anderthalb Jahren hatte der Künstler erfahren, dass er den Wemhöner-Preis erhalten würde. Dieser ist mit 25.000 Euro dotiert – wobei in dem Betrag die Kosten für die Anfertigung eines Kunstwerks enthalten sind. Im Januar 2018 machte Wächtler Bekanntschaft mit der Stadt – und sagte, er wolle gerne skulptural arbeiten.

Bewegung noch nicht getestet

Die ganz großen Herford-Inspirationen haben sich bei Wächtler wohl nicht eingestellt. Aber das Kunstwerk des Wemhöner-Preises müsse ja auch nicht unbedingt eine Beziehung zur Region haben, betont Marta-Direktor und Jury-Mitglied Roland Nachtigäller. In diesem Fall ist der Künstler, der in unterschiedlichen Genres wie Videos, Literatur, Malerei und Bildhauerei arbeitet, offenbar bei sich selbst fündig geworden. »Das Schreiben spielt bei ihm eine wichtige Rolle«, sagt Nachtigäller.

Auch dass er ein Objekt ausgewählt hat, das für Bewegung steht, passt zu Wächtler, für den das Unterwegssein Teil eines Lebensgefühls ist. Ob sich jedoch auch das Mobile im Café ohne künstlich erzeugten Wind bewegen wird, muss sich zeigen. Man habe es noch nicht ausprobiert, heißt es.

Meister des Verschiedenen

Wächtler beherrscht die Klaviatur des Verschiedenen, des Nichteindeutigen – und so mag er sich auf einen bestimmten Beweggrund, der ihn zum Füllfederhalter geführt hat, nicht festlegen lassen. Eigentlich sei ein Füllfederhalter etwas Überkommenes: »Etwas für Liebhaber, das ausgestorben ist. Wie ein Ausgrabungsobjekt.« Als Nostalgiker, der ein aus der Gebrauchsmode gekommenes Schreibwerkzeug künstlerisch am Leben erhalten will, sieht sich Wächtler aber nicht. Er interessiere sich vor allem für die Form – betont er.

Den Ort der Arbeit – ein Museum, ohne Teil der Ausstellung zu sein – begrüßt Wächtler. Was nicht verwundert: Café-Besucher kommen aus der Ausstellung oder gehen in die Ausstellung. Sie sind unterwegs wie der Künstler.

 

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