Ute Zill bewältigt Etappen vier und fünf – Beweisfoto mit Vogelstrauß
Ost-West-Lauf: »Ich bin drüben«

Süpplingen/Herford (WB). Als sie während ihres Laufes von Berlin nach Herford die ehemalige deutsch-deutsche Grenze passierte, schrieb Ute Zill (48) erstmal eine SMS an ihre Freundin: »Ich bin drüben.«

Montag, 03.06.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 09:55 Uhr
Ute Zill schießt ein Selfie vor dem Schild, dass die ehemalige Grenze markiert. Foto: Ute Zill

 Hinter der gebürtigen Herforderin liegen Tag vier und fünf ihres Ost-West-Projektes. 30 Jahre nach dem Mauerfall läuft die Wahlberlinerin über zehn Etappen in ihre alte Heimat. Am Himmelfahrtstag ist Zill gestartet: Die Elbe überquerte sie am Sonntag, am Montag endete die Etappe im niedersächsischen Süpplingen.

Hälfte ist geschafft

Die Hälfte der insgesamt  knapp 350 Kilometer zwischen neuer und alter Heimat sind damit geschafft. Von einem Motivationsloch ist Zill eigenen Angaben zufolge aber noch weit entfernt. »Es ist schön, dass wir die Tour zusammen machen können«, sagt Zill über ihre große Schwester, die sie auf dem Rad begleitet. Weil die beiden allerdings zum Großteil verschiedenen Wegstrecken nehmen müssen – nicht überall komme man mit dem Rad gut durch – hänge man nicht den ganzen Tag aufeinander: »So können wir abends im Hotel wieder quatschen.«

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Der Grenzübertritt selbst sei verhältnismäßig unspektakulär gewesen. Ein braunes Schild markierte den Punkt. »Hier waren Deutschland und Europa bis zum 23. Dezember 1989 um 10 Uhr geteilt«, ist darauf zu lesen. »Ich habe natürlich Fotos gemacht«, erklärt Zill. »Aber viel beeindruckender war der Weg über die Elbe.« Denn dabei habe sie die A2 sehen können. Das ist die Autobahn, auf der Zill seit etwa 24 Jahren zwischen  Herford und Berlin pendelt. Es sei toll gewesen, das Ganze aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Noch mache ihr Körper die Tortur mit. »Wenn es nur das Laufen wäre, wäre es kein Problem«, sagt Zill. Viel schlimmer seien die Brennnesseln, die auf einigen Waldstrecken den Weg versperrten – oder die pralle Sonne. Erneut sei die Wasserversorgung im ehemaligen Grenzgebiet ein Problem gewesen.

Vorbei an der Straußenfarm

Nachdem Zill vor einigen Tagen bereits tierische Begegnungen mit zwei Rehböcken und einer Kuhherde hatte, traf sie dieses Mal einen Vogelstrauß. Zill: »Das war kurz hinter Groß Ammensleben.« Ein Örtchen, nördlich von Magdeburg. »Das muss so etwas wie eine Straußenfarm gewesen sein.« Natürlich musste auch hier ein Beweisfoto her.

Das Beweisfoto: Ute Zill mit Vogelstrauß.

Das Beweisfoto: Ute Zill mit Vogelstrauß. Foto: Ute Zill

Am Dienstag geht’s weiter nach Immendorf. Entgegen dem ursprünglichen Plan, eine Waldstrecke zu laufen, will Zill den Radweg entlang der B1 nutzen. Nicht so viele Brennnesseln. Etappe zehn soll am kommenden Samstag an der  Münsterkirche in Herford enden.

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