Umweltaktivisten sammelten Müll und wollen Abholung vereinbart haben, doch davon weiß bei der Stadt niemand
SWK irritiert über Fridays-for-Future-Aktion

Herford (HK/bex). Sie demonstrieren nicht nur für ein Umdenken in Sachen Klima- und Umweltschutz, sondern tun auch selber etwas dafür: Etwa 20 Aktivisten der Fridays-f0r-Future-Bewegung haben am Freitag von 11 bis 13 Uhr Müll in Herford gesammelt.

Montag, 03.06.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 14:30 Uhr

»Im Voraus war mit der Stadt Herford abgesprochen, dass diese den Müll dann auf dem Alten Markt abholt«, sagt Jan Lieberum, Sprecher der Fridays-for-Future-Gruppe Herford. »Als wir dann um 13 Uhr auf dem Alten Markt unsere Kundgebung abhielten, wurde uns nach mehreren Anrufen mitgeteilt, dass der Müll doch nicht abgeholt werden könne, da alle Mitarbeiter Feierabend hätten«, zeigt er sich enttäuscht.

Müll vors Rathaus gelegt

»Es ist schade, dass die Stadt die getroffenen Absprachen so nicht einhält.« Daraufhin sei die Gruppe spontan zum Rathaus gezogen und habe den Müll dort abgelegt, um ihn dann gemeinsam mit dem Hausmeister des Rathauses zu entsorgen.

Die für die Müllabfuhr zuständigen SWK zeigte sich gestern irritiert: »Bei uns hat sich am Freitag niemand gemeldet«, sagt Geschäftsführer Wolfgang Rullkötter. »Wir sind wirklich ratlos, hier weiß niemand etwas davon.«

Die angebliche Auskunft, dass der Müll nicht mehr abgeholt werden könne, da alle Mitarbeiter bereits im Feierabend seien, treffe nicht zu. »Wir sind am Freitag bis 16.30 Uhr erreichbar.« Auch im Vorfeld habe niemand angefragt. »Dabei ist so etwas bei Müllsammelaktionen üblich.«

Tim Kähler lädt ein

Um Missverständnisse auszuräumen, hat Bürgermeister Tim Kähler die Fridays-for-Future-Aktivisten für Donnerstag um 16.30 Uhr ins Rathaus eingeladen. »Die Müllaktion der Jugendlichen war eine gute, nachahmenswerte Sache, die ich begrüße, und die wir mit dem Verleih zahlreicher Müllzangen unterstützt haben«, betont Kähler.

»Leider gab es beim Thema Entsorgung wohl ein Missverständnis.« Die Mitarbeiter vom Stadtservice (Müllhotline) seien mittags nicht mehr im Einsatz gewesen. Den Weg zur SWK in der Goebenstraße aber hätten die Jugendlichen wiederum nicht auf sich nehmen wollen.

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