Ute Zill hat drei Etapppen geschaftt - Extrakilometer an Tag zwei - Wasser zwischendurch knapp
Tierische Begegnungen auf dem Weg von Berlin nach Herford

Burg/Herford (WB). Die Etappen zwei und drei sind geschafft: Bei ihrem Lauf aus der neuen Heimat Berlin in die alte Heimat Herford kommt Ute Zill (48) gut voran – trotz einiger Extrakilometer.

Samstag, 01.06.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 09:43 Uhr
In Brandenburg führt die geplante Route Ute Zill auch gerne mal an einer Kuhweide vorbei. Für ein schnelles Selfie bleibt da natürlich Zeit. Foto: Ute Zill

Dieses eine Mal wollte sie nicht dem Navi, sondern der Karte glauben. Und prompt wurde die gebürtige Herforderin Zill eigenen Angaben zufolge mit einem Umweg von vier Kilometern bestraft. Statt der geplanten 37 Kilometer an Tag zwei ihres Ost-West-Laufes sein es am Ende 41 gewesen. »Aber das hat mir gezeigt: Zur Not geht auch mal mehr!«, sagt Hobbysportlerin Zill am Samstagabend gegenüber dem WESTFALEN-BLATT.

Knallende Sonne sorgt für langsameres Tempo

Nach Etappe drei von Ziesar (Brandenburg) nach Burg (Sachsen-Anhalt) ginge es ihr erstaunlich gut. »Die letzte zehn Kilometer bin ich heute nur gegangen«, erklärt Zill. Zu groß sei der Respekt vor der knallenden Sonne gewesen. »Dafür sind meine Beine jetzt fit.« Für Sonntag stehen 38 Kilometer bis Bebertal auf dem Laufplan.

In zehn Tagen von Berlin nach Herford laufen: Das ist Ute Zills persönliches Projekt, 30 Jahre nach dem Mauerfall. Aufgewachsen ist sie in Ostwestfalen, aber seit 24 Jahren ist Berlin die neue Heimat der Redakteurin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Begleitet wird sie dabei von ihrer Schwester auf dem Rad. Obwohl die wegen des zum Teil sehr sandigen Untergrunds zeitweise eine andere Route habe wählen müssen, berichtet Zill: »Da war ich dann alleine unterwegs.«

»Die Strecke war heute sehr schön«, sagt Zill. Viel Wald, viele einladende Feldwege. »Eigentlich müsste man für den Urlaub gar nicht nach Schweden reisen.« Brandenburg reiche auch, um diese Art der Natur zu erleben. Menschen habe sie kaum getroffen, dafür gab es tierische Begegnungen. Einmal führte der Weg entlang einer Kuhweide, ein anderes Mal Wild über den Weg gesprungen. »Ich würde sagen, dass es vielleicht Rotwild war«, überlegt Zill. Ihr Papa, selbst passionierte Langläufer, habe solche gewusst und ihr vermittelt. Ein wenig läuft sie auch für ihn. Er ist im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit verstorben.

Kein Laden weit und breit für Wasser

So schön die Natur, so schlecht sah es Zill Angaben zufolge mit der Wasserversorgung im Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt hapere es etwas. Kein Laden weit und breit. »Ich war zwischendurch auf einem Friedhof und habe mir dort etwas abgezapft.« Auf den letzten Kilometern habe sie das an diesem Tag wirklich kostbare Nass sogar rationieren müssen.

Samstag in einer Woche, am 8. Juni also, will Zill ihr Ziel erreichen: die Herforder Münsterkirche. Gestartet ist sie am Himmelsfahrtstag auf der Glienicker Brücke in Berlin.

 

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