Den Geistlichen und seine Ehefrau zieht es in den Norden
Hermjakob wird Ostfriese

Herford (WB). Viele Kisten sind gepackt, der große Umzug kann beginnen. Nachdem Hartmut Hermjakob die Leitung der Notfallseelsorge abgegeben hat, bereitet der Geistliche seinen Abschied aus Herford vor.

Samstag, 01.06.2019, 18:00 Uhr
Hartmut Hermjakob bereitet seinen Umzug vor. Nachdem der 62-Jährige bereits vor geraumer Zeit als Pfarrer in den Ruhestand gegangen ist, hat er Ende Mai auch die Leitung der Notfallseelsorge abgegeben. 1995 war er nach Herford gekommen. Foto: Hartmut Horstmann

Die Zukunft liegt im Gärtnern

Der 62-Jährige startet seinen Computer und zeigt ein Bild des Hauses, das er und seine Frau im ostfriesischen Blomberg bewohnen werden – ein Schwedenhaus mit großer Rasenfläche. Um für sich ein neues Betätigungsfeld zu erschließen, hat sich Hartmut Hermjakob eingehend mit naturnahen Gärten beschäftigt. Aus dem, was jetzt Rasen ist, soll ein blühender Wohlfühlort mit vielen heimischen Pflanzen werden.

Nein, Angst davor, etwas Neues zu beginnen, hat der Mann, der seit 1995 in Herford tätig ist, ganz offenbar nicht. Zwar mache der Abschied auch traurig, sagt er. Aber die Vorfreude auf das Zukünftige überwiege.

Aufgewachsen ist Hartmut Hermjakob in Steinhagen. Nach einem Theologiestudium und einer ersten Pfarrstelle in Niedersachsen kam er 1995 zur Jakobigemeinde. Mit 900 Mitgliedern war sie vergleichsweise klein, so dass sie nur eine halbe Pfarrstelle hatte. Die andere Hälfte absolvierte er in der Klinikseelsorge.

»Jakobikirche ist schönste Kirche«

Wie überschaubar die Radewiger Gemeinde war, lässt sich auch auf dem Bild des ersten Konfirmandenjahrgangs erkennen – es zeigt Hermjakob mit vier Mädchen. Später habe es aber auch stärkere Jahrgänge gegeben, ergänzt er.

Dann im Jahr 2002 die Fusion der Innenstadtgemeinden zur Gemeinde Herford-Mitte: Von da an habe er in den verschiedenen Kirchen gepredigt, sagt der Geistliche: »Aber für die Leute bin ich der Radewiger Pfarrer geblieben.«

Ungerne wird er diese Bezeichnung nicht gehört haben, denn er betont heute: »Die Jakobikirche werde ich immer mit Herford verbinden.« Sie sei die schönste Kirche, Altar und Kanzel stehen sehr nah am Bankbereich: »Ich kann den Leuten in die Augen schauen, das ist mir sehr wichtig.«

Als Hermjakob in der fusionierten Gemeinde eine volle Stelle bekam, begann auch seine Mitarbeit in der Notfallseelsorge. 2011 übernahm er die Leitung, für die nach seinem Abschied Sergej Klause aus Kirchlengern zuständig ist.

»Ich bin gerne privat«

Für den ehemaligen Leiter beginnt jetzt die Ostfriesland-Phase. Bis Ende des Jahres arbeitet seine Frau noch in Herford, aber Hartmut Hermjakob will sich ab jetzt vor allem um das neue Heim kümmern. Es liegt in einer Region, in der die Eheleute oft Urlaub gemacht haben.

Dass der Nordseedeich nur 15 Kilometer entfernt ist, spielt eine nicht unwichtige Rolle für die Entscheidung. Familienmitglieder leben dort nicht, doch der Pfarrer i. R. sagt: »Wir trauen uns zu, dort neue Kontakte zu finden.« Außerdem gebe es ja eine Kirchengemeinde, deren Gottesdienste das Ehepaar besuchen werde. Dass ihm ein Leben ohne geistliche Aufgaben schwer fallen wird, glaubt er nicht: »Ganz ehrlich, ich bin auch gerne privat.«

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