Budget um 16,5 Prozent überzogen – Stadt verweist auf Baukonjunktur
Markthalle fast 800.000 Euro teurer

Herford (WB). Bei den Baukosten für die Markthalle gibt’s nochmals einen satten Nachschlag: Die Grunderneuerung des denkmalgeschützten Gebäudes wird nach aktuellem Stand voraussichtlich 5,54 Millionen Euro kosten – und liegt damit fast 800.000 Euro über dem ursprünglichen Baubudget.

Donnerstag, 09.05.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 10:28 Uhr
Noch wird umgebaut, doch am 31. August soll die dann grundlegend erneuerte Markthalle wieder eröffnet werden.

Als Ursache für die Erhöhung um 16,5 Prozent nennt Bürgermeister Tim Kähler höhere Preisforderungen aufgrund der Marktentwicklung, zusätzliche Kosten aufgrund von behördlichen Anforderungen sowie Nachträge – zum Beispiel aufgrund von zeitlichen Verzögerungen oder »unerwarteten Überraschungen beim Bauen im Bestand«.

Kontinuierliche Steigerung der Baukosten

Kähler verweist in der Ratsvorlage für den 17. Mai darauf, dass seit Anfang 2014 eine kontinuierliche Steigerung der Baukosten zu verzeichnen sei: »Lag im August 2015 der Baukostenindex noch bei 100,2 Prozent, so betrug er im Februar 2019 bereits 113,4 Punkte.« Das entspreche einer Steigerung von 13,2 Prozent.

Bei der Beantragung der Förderung aus dem Programm »Nationale Projekte des Städtebaus« im Oktober 2015 war die Stadt noch von 4,756 Millionen Euro Baukosten ausgegangen. Knapp zwei Jahre später war klar, dass sich das Budget nicht einhalten lässt: Der Rat wurde informiert, dass die Baukosten nunmehr auf 4,96 Millionen Euro geschätzt würden – und damit um 200.000 Euro höher als ursprünglich geplant.

Förderungshöchstbetrag von knapp 3,2 Millionen Euro

Für die Förderung sei die aktuelle Kostenprognose weniger relevant, heißt es aus dem Rathaus, da die bewilligte Zuwendung von knapp 3,2 Millionen Euro einen Höchstbetrag darstelle.

Trotz baulicher Verzögerungen und Kostensteigerungen gibt es über das Projekt Markthalle Herford aber auch »viel Positives zu berichten«, stellt die Stadtmarketinggesellschaft Pro Herford in ihrem Quartalsbericht fest: Im Gebäude seien inzwischen fast alle Standflächen vergeben. In den meisten Fällen liegen bereits geschlossene Verträge vor oder stehen kurz vor dem Abschluss. Ergänzend dazu wurden alle von der Pro Herford zu koordinierenden Ladeneinrichtungen geplant und bereits beauftragt.

»Hohe Aufenthaltsqualität«

»Die Kunden dürfen sich zukünftig auf ein umfangreiches Warensortiment freuen«, heißt es im Bericht: »Von Obst und Gemüse über Brot und Backwaren, Fleisch und Fisch sowie Käse und Milchprodukte befinden sich auch Nüsse und Reis im Angebot der Markthalle. Ergänzend dazu bieten viele Händler zudem einen Direktverzehr wie zum Beispiel einen Mittagstisch an. Zahlreiche Sitzgelegenheiten schaffen darüber hinaus eine hohe Aufenthaltsqualität in der Halle.«

Eröffnet werden soll die Markthalle am 31. August, am ersten Wochenende nach den Sommerferien. Betriebszeiten sind dienstags, donnerstags und samstags von 7 bis 15 Uhr und freitags von 7 bis 19 Uhr. Der Außenmarkt soll dienstags, donnerstags und samstags von 7 bis 14 Uhr stattfinden.

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