Speditionsleiter Ralf Feller ist bei Kickern und Trainern ein gefragter Mann
Mit ihm ziehen Fußball-Profis um

Herford/Mainz (WB). Diese Woche ist er in Gelsenkirchen. »Ich bin hier bei Ex-Schalke-Trainer Domenico Tedesco«, sagt Ralf Feller am Telefon. Der gebürtige Herforder erledigt das, was Profis im Fußballgeschäft einfach nur lästig ist: Er regelt ihren Umzug.

Samstag, 04.05.2019, 11:28 Uhr aktualisiert: 05.05.2019, 08:16 Uhr
Auch Thomas Tuchel, Trainer bei Paris Saint-Germain, vertraute bei seinem Umzug auf die Dienste von Ralf Feller.

Der 49-Jährige bekommt als Speditionsleiter regelmäßig Einblicke in die privaten vier Wände der Fußball-Elite, weiß wie sich Star-Kicker und -Trainer einrichten, wo sie schlafen und vor dem Fernseher entspannen. »Deshalb ist Diskretion in diesem Geschäft sehr wichtig.« Tedesco etwa zieht nach seiner Demission auf Schalke aus privaten Gründen in den Raum Stuttgart, mehr darf und will Feller nicht sagen.

Ralf Feller ist Speditionsleiter in Mainz

Ralf Feller ist Speditionsleiter in Mainz Foto: WB

Er genießt das Vertrauen zahlreicher Fußball-Promis: Thomas Tuchel, Jérôme Gondorf, Thomas Delaney oder Andreas Ivanschitz – für sie und viele, viele mehr hat er Umzüge organisiert. Und die unterscheiden sich meistens deutlich vom Ortswechsel eines gewöhnlichen Arbeitnehmers: »Das muss schnell und reibungslos gehen, oft auch sehr kurzfristig«, sagt Feller. Manchmal wird einfach nur ein Schlüssel überreicht. »Wir räumen dann alle Schränke aus, bauen die Möbel ab – und in der neuen Wohnung wieder auf.«

Lehre bei Gieseler in Herford

Einmal mussten er und sein Team vom Umzugsservice Höhne-Grass in Mainz auch gleich einen Gartenzaun errichten. »Wir machen da schon viel«, sagt er mit einem Lächeln. Deshalb muss Feller rund um die Uhr erreichbar sein, vieles laufe einfach über Whatsapp-Nachrichten.

Angefangen hat alles in seiner Heimatstadt Herford. Dort hat Ralf Feller die Ernst-Barlach-Realschule besucht. Bei der Spedition Gieseler machte er von 1986 bis 1989 eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Schon damals waren es vor allem Umzüge, die ihn begeisterten. »Anfangs war ich noch zu jung zum Autofahren, da bin ich mit dem Fahrrad zu den ersten Wohnungsbesichtigungen gefahren.« Es folgten mehrere Stationen bei Speditionsfirmen in Süddeutschland – bis Feller vor elfeinhalb Jahren bei Höhne-Grass in Mainz anheuerte.

Offizieller Umzugspartner von Mainz 05

Dort knüpfte er Kontakt zum Bundesligisten Mainz 05, deren offizieller Umzugspartner das Unternehmen mittlerweile ist. Im Laufe der Jahre entstand ein Netzwerk von Kontakten, so dass Feller auch Profis von Hertha BSC, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen »umzieht«, wie er es nennt. Und auch in Bielefeld hatte er zu tun: »Ich habe Arminia-Torwart Alexander Schwolow nach Freiburg umgezogen und zuletzt Sven Schipplock von Hamburg nach Bielefeld.« Beide gehören für ihn zu den Bodenständigen, die es in dem Business auch noch gebe – und die manchmal sogar selbst mit anpackten. »Schipplock ist ein ganz netter Typ und Schwolow hat sich aus der Kabine heraus per Whatsapp bei mir bedankt.«

Der Umzug von Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel nach Paris im vergangenen Jahr war bereits der vierte, den Feller für den Startrainer organisierte. »Man kennt sich.« Gleichzeitig transportierte er das Wohnungsinventar von Tuchels vier Co-Trainern aus ganz Deutschland in die Seine-Metropole.

»Junge Profis immer unselbstständiger«

Und gelegentlich kann der BVB-Fan den Job mit seiner Fußballbegeisterung verbinden: »Ich bin auch Anhänger von Aston Villa. Als ich im vergangenen Sommer hörte, dass Norwegens Nationaltorwart Ørjan Nyland von Ingolstadt zu Aston Villa wechselt, wollte ich unbedingt dessen Umzug machen.« Feller recherchierte lange, um den Kontakt herzustellen. Und es klappte. »Seitdem tauschen wir uns ab und zu aus und ich darf da auch mal zu Spielen.«

Ach ja, und in all den Jahren ist ihm eine Entwicklung besonders aufgefallen: »Die jungen Profis sind immer unselbstständiger. Da kann man oft einfachste Sachen nicht ohne Spielerberater regeln.«

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