Archäologisches Fenster: Bürger sollen an Namensgebung beteiligt werden Wie soll der Neubau heißen?

Herford (WB). Die Abkürzung AFaM finde er furchtbar, sagt Eckhard Wemhöner. Und spricht vor den Mitgliedern des Geschichtsvereins stets vom Archäologischen Fenster. Dieses stand auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung.

Von Hartmut Horstmann
Zeitreise ins Jahr 1988, als am Ort des alten Stiftes gegraben wurde: Damals buddelte Matthias Wemhoff (links) in Herford, heute ist er einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands. Mit Mitarbeitern, die auch für die ZDF-Sendereihe Terra X tätig sind, arbeitet Wemhoff ein inhaltliches Konzept für das Archäologische Fenster aus.
Zeitreise ins Jahr 1988, als am Ort des alten Stiftes gegraben wurde: Damals buddelte Matthias Wemhoff (links) in Herford, heute ist er einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands. Mit Mitarbeitern, die auch für die ZDF-Sendereihe Terra X tätig sind, arbeitet Wemhoff ein inhaltliches Konzept für das Archäologische Fenster aus. Foto: Kommunalarchiv Herford

Zwei Entwürfe

Bekanntlich gibt es zwei Architekturentwürfe, zwischen denen sich eine Jury in den nächsten Wochen zu entscheiden hat. Eckhard Wemhöner, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, macht sich aber nicht nur Gedanken über die Modelle, sondern auch über den Namen. Als Arbeitsbegriff für das Archäologische Fenster am Münster dient derzeit die Abkürzung AFaM.

Um nicht dazu beizutragen, dass sich dieser Begriff in den Köpfen festsetzt, vermeidet Wemhöner ihn. Klar sei aber: »Das Kind braucht einen Namen.« Um den Findungsprozess auf eine breite Basis zustellen, schlägt er die Einbeziehung der Bürgerschaft vor. In welcher Form dies geschehen soll, steht noch nicht fest.

Zustimmendes Nicken der überwiegend männlichen Zuhörer erreicht er für seinen Vorschlag, der Geschichtsverein möge für künftige Veranstaltungen die Markthalle benutzen. Zum einen stehe sie in der Nähe des Archäologischen Fensters – zum anderen liefere sie in puncto Räumlichkeiten und Technik ideale Bedingungen.

Eine andere Frage betrifft den Zeitpunkt, wann das Fenster fertig sein wird. Wemhöner geht von einem Zeitpunkt nicht vor 2022 aus. Johannes Beer, hauptberuflich bekanntermaßen ein Geistlicher, nennt 2021 und sagt: »Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.«

Fertigstellung bis 2022

Beer und Wemhöner gehörten der Jury an, die über die eingereichten Entwürfe zum Architektenwettbewerb zu entscheiden hatte. Es geht darum, an der Stelle des alten Damenstiftes neue Gebäude mit musealem Charakter zu errichten. Gleichzeitig sollen die alten Fundamente, die auch für die Anfänge der Herforder Geschichte stehen, freigelegt und einsehbar sein – zum Teil unter Glasplatten.

Was die Entwürfe angeht, so gibt es zwei Siegermodelle. Beide hätten viele Vorteile, aber eben auch Nachteile, sagt Beer.

Positiv gesehen wurde beim Modell des Architekturbüros Heinrich Böll unter anderem, dass das neue Gebäude hinter der Wolderuskapelle herausrage. Allerdings habe der Eingangsbereich wenig Klösterliches. Durch eine Anhebung hat das Büro den gesamten Stiftsbereich auf eine Stufe gebracht, was gut sei. Es stellen sich aus Sicht der Jury wegen der damit einhergehenden Kante aber die Fragen nach Realisierbarkeit und Barrierefreiheit.

Anknüpfung an alten Kreuzgang

Vom Büro Pfeiffer, Ellermann, Preckel stammt der andere Vorschlag. Wenig Gefallen fand die Jury an den Gauben, auch sollen die Dächer der beiden neuen Gebäude angeglichen werden. Ein schlichteres Dach passe besser zur mittelalterlichen Formensprache, so Beer. Lobende Worte fand er für Preckels modernisierte Anknüpfung an den alten Kreuzgang.

Die Architekten haben die Möglichkeit, ihre Entwürfe in den nächsten Wochen zu modifizieren – dann muss sich die Jury für einen Beitrag entscheiden.

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