Helfried Horstmann übernimmt seit mehr als 40 Jahren die Vertretung – Dankgottesdienst Wenn der Pfarrer Urlaub macht

Herford (WB). Er hilft aus, wenn Pfarrer krank werden oder in den Urlaub fahren: Seit mehr als 40 Jahren ist Helfried Horstmann als Prädikant in der Evangelischen Kirche tätig. Die Verdienste des 72-Jährigen werden am Samstag, 4. Mai, in einem Dankgottesdienst gewürdigt. Horstmann selbst wird ab 18 Uhr in der Jakobikirche predigen.

Von Hartmut Horstmann
Aus dem Wohnzimmer auf die Kanzel: Helfried Horstmann hat als Prädikant in mehr als 30 Gemeinden gepredigt.
Aus dem Wohnzimmer auf die Kanzel: Helfried Horstmann hat als Prädikant in mehr als 30 Gemeinden gepredigt. Foto: Hartmut Horstmann

Eine derart lange Zeit als Prädikant sei etwas Besonderes, betont Pfarrer Dr. Olaf Reinmuth. Das liege unter anderem daran, dass die meisten erst später anfängen. Helfried war 25 Jahre alt, als er erstmals einen Pfarrer vertrat.

Seine offizielle Berufung erfolgte jedoch sieben Jahre später – im Jahr 1979 – so dass die Kirche jetzt das amtliche 40-Jährige feiert.

Im Volksmund heißen die ehrenamtlichen Vertreter der Pfarrer Laienprediger. Doch im Falle Horstmanns hätte dieser Begriff von Anfang an nicht gepasst. Denn der Herforder hat an einer Fachhochschule ein theologisches Studium absolviert.

Ihm schwebte die Tätigkeit in einer Gemeinde vor – allerdings nicht als Pfarrer. Hierfür hätte der gelernte Bankkaufmann ein weiteres Studium anschließen müssen.

Gemeindereferent im Hiddenhauser Raum

In den ersten Jahren nach dem Studium war Horstmann als Jugend- und später als Gemeindereferent im Hiddenhauser Raum aktiv. In der Altersteilzeit übernahm er sogar für zwei Jahre eine Pfarrstellen-Vertretung in Eilshausen.

Insofern kennt er den Hiddenhauser Bereich gut und kommt zu einem sehr positiven Ergebnis. Während die Zusammenfassung von Gemeinden wegen rückläufiger Mitgliederzahlen oft negativ begleitet werde, diene die Stephanus-Gemeinde als gutes Beispiel: »Sie schafft einen Zusammenhalt für ganz Hiddenhausen.«

Hauptberuflich hat Horstmann ab 1980 als Religionslehrer gearbeitet – anfangs sogar an zwei Schulen, von 1995 bis 2006 nur noch an der Hahn-Realschule.

Gottesdienste in mehr als 30 Gemeinden

Mehr als 500 Gottesdienste hat Horstmann in mehr als 30 Kirchengemeinden bisher geleitet. Bei der Pfarrstellenvertretung in Eilshausen war er auch für Trauungen und Beerdigungen zuständig.

Hierfür habe er die Qualifikation, es sei aber nicht der Normalfall. Grundsätzlich könne er sagen: »Ich habe alles immer mit großer innerer Freude getan.« Als Prediger müsse man authentisch sein, Verkündigung und Leben müssten übereinstimmen.

Zentral ist für den 72-Jährigen, der noch lange predigen will, heute die Frage: »Wie kann ich die Menschen erreichen, die normalerweise nicht in die Kirche gehen?« Eine Antwort will er am Samstag in seiner Predigt geben.

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