Warum Landwirt Ralf Döpke aus Stedefreund Dr. Peter Böhm zu einer Tour einlud
Traktorfahrt mit dem Baudezernenten

Herford (WB). Als Landwirt Ralf Döpke die ersten Pläne für ein Neubaugebiet in Stedefreund gesehen hat, war sein erster Gedanke: »Die haben mich vergessen.« Denn wo heute ein gerader Feldweg zwischen Stedefreunder Straße und Im Obernholz verläuft, soll künftig eine kurvenreiche Straße durchs Neubaugebiet führen. Für Döpke ein Problem.

Freitag, 03.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 14:52 Uhr
Um sich ein Bild zu machen, fuhr Dr. Peter Böhm auf dem Traktor mit. Foto: Ralf Meistes

Durchfahrt mit dem Mähdrescher kaum machbar

Denn der Landwirt käme dann nicht mehr mit seinen großen Maschinen von seinem Hof Im Obernholz zu seinen Feldern. Die kurvenreiche Straßenführung durch das Neubaugebiet würde dies verhindern, sagt Döpke. Zumindest, das hat ein Ortstermin des Bauausschusses auf Hof Döpke jetzt deutlich gemacht, würde es äußerst eng werden. Sollten in den Kurvenbereichen noch Fahrzeuge der Anwohner abgestellt sein, wäre ein Durchfahrt mit Mähdrescher oder Kartoffelroder gar nicht mehr möglich.

»Die Stadt sucht nach einer Lösung«

»Wir haben das Problem erkannt und suchen nach einer Lösung«, verspricht Baudezernent Dr. Peter Böhm. Zwar sei bei den Planungen für die künftige Straßenführung auch der landwirtschaftliche Verkehr berücksichtigt worden, »wir müssen aber erkennen, dass die Fahrzeuge in der Landwirtschaft in Zukunft eher noch größer werden«, erklärte Dr. Böhm.

Landmaschinen benötigen Platz

Die Fahrzeuge von Landwirt Döpke benötigten Platz zum Ausscheren. »Wir wollen die Pläne noch einmal überarbeiten«, versprach der Beigeordnete der Stadt Herford. Um sich ein besseres Bild der Lage zu verschaffen, setzte sich Dr. Böhm neben Landwirt Döpke auf einen Traktor. Gemeinsam fuhren sie die für den Landwirt wichtigen Strecken ab. Neben dem Baudezernenten nahmen auch Stadtplanerin Maike Wöhler und Werner Mohrmann, zuständig für die Straßenunterhaltung bei der Stadt, an dem Termin teil.

Bau von 80 Wohneinheiten geplant

Mit Ernst Herold und Klaus Himmelmann waren auch Vertreter der Bürgerinitiative erschienen, die erhebliche Bedenken angesichts der Pläne der Stadt hat, auf Ackerflächen in Stedefreund insgesamt 80 Wohneinheiten errichten zu lassen.

Mit diesem Thema beschäftigen sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses in der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 9. Mai. Beginn der Sitzung ist um 17 Uhr in der Mensa der Gesamtschule Friedenstal (Salzufler Straße 129).

Erneutes Treffen mit Anwohnern

Darüber hinaus gab Bauausschuss-Vorsitzender Werner Seeger (CDU) bekannt, dass es im Juni einen weiteren Gesprächstermin zwischen Anwohnern aus Stedefreund, den Mitgliedern des Bauausschusses sowie Vertretern der Stadtverwaltung geben soll. Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben. Das Treffen soll im Ratssaal der Stadt Herford stattfinden.

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