150 Teilnehmer bei Maikundgebung in Herford – Sorge um Paketzusteller
»Schluss mit Dumpinglöhnen«

Herford (WB). Für ein vereintes Europa und gegen rechten Populismus: Darauf lag der Fokus der diesjährigen Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Herford. »Wir setzen heute ein deutliches Zeichen gegen Rechts«, sagte dazu der IG-Metall-Geschäftsführer Peter Kleint.

Donnerstag, 02.05.2019, 19:00 Uhr
Mit einem Demonstrationszug durch die Stadt begann die Maikundgebung des DGB in Herford. Foto: Stefan Wolff

»Gemeinsam gegen rechte Parteien«

»Laut Umfragen werden bei der Europawahl zehn Prozent der Wähler für rechte Parteien stimmen. Das ist eine Katastrophe. Denn die Programme der rechten Parteien enthalten nichts Positives für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.«

Marsch vom Bahnhof zum Rathausplatz

Die Maikundgebung begann in diesem Jahr wieder ganz klassisch mit einem Demonstrationszug, der die etwa 150 Teilnehmer vom Bahnhof über die Straße Auf der Freiheit und durch die Innenstadt zum Rathausplatz führte. Dort erwarteten die Demonstranten bereits die Informationsstände zahlreicher Parteien und Organisationen, wie der SPD, der Linken, Attac und der Aleviten-Gemeinde wie auch der christdemokratischen CDA. Und auf der Bühne stimmte das Duo »White Coffee« mit Jennifer und Andreas Grove mit einer Mischung von Stimmungsliedern und nachdenklichen, sozialkritischen Songs die Zuhörer auf die Reden der Gewerkschafter ein.

»Der erste Mai ist der Tag der Arbeiterbewegung. Das ist eindeutig die bessere Bezeichnungen«, sagte Bürgermeister Tim Kähler in seinem Grußwort. »Denn es geht um den Fortschritt. Gewerkschaften und Arbeitnehmer wissen, dass Stillstand falsch ist. Die Veränderungen der Arbeitswelt waren nur erfolgreich, weil mit den Gewerkschaften Betriebsräte und Arbeitnehmer erreicht wurden.«

»Moderne Sklavenhaltung«

Hermann Janßen ging dann auf die Debatte um die Paketzusteller ein. Als »moderne Sklavenhaltung« bezeichnete der stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführer das Verhalten von Subunternehmen, die osteuropäische Fahrer zu Dumpinglöhnen beschäftigten.

Festredner der Maikundgebung war Frank Seeliger. Der Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie und Energie (BCE) Münster erinnerte seine Zuhörer, dass vor genau 100 Jahren der »Kampftag der Arbeitnehmerbewegung« in den Rang eines staatlichen Feiertags erhoben wurde.

Schwere zwischen Arm und Reich

Dann wandte er sich dem Thema Europa zu. Während viele Menschen ihr Leben riskierten, um nach Europa zu gelangen, würde hier aufgrund einer neoliberalen Wirtschaftspolitik die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufklappen. Gleichzeitig führe rechte Hetze und Hass wieder dazu, dass Menschen mit anderen Überzeugungen in Deutschland verfolgt würden.   »Die Gewerkschaften aber stehen für Weltoffenheit und Solidarität gegen Rechtsextremismus und religiösen Extremismus«, betonte Seeliger.

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