Anwohner aus Stedefreund stellen zahlreiche Anfragen – Thema im Ausschuss am 9. Mai Streit um Baugebiet geht weiter

Herford (WB). Gleich drei Bürgeranträge für den Bauausschuss beschäftigen sich mit dem geplanten Neubaugebiet in Stedefreund. Zwischen Stedefreunder Straße, Im Jammertal und Donopweg sollen 80 Wohneinheiten errichtet werden. Der Ortsteil Stedefreund mit seinen 1500 Einwohnern würde mit 250 Neubürgern deutlich wachsen.

Von Ralf Meistes
Eine Bürgerinitiative um Klaus Himmelmann (links) und Ernst Herold wehrt sich gegen die Bebauungspläne in Stedefreund.
Eine Bürgerinitiative um Klaus Himmelmann (links) und Ernst Herold wehrt sich gegen die Bebauungspläne in Stedefreund. Foto: Moritz Winde

Zuletzt hatte eine Bürgerinitiative 333 Unterschriften an die Stadtverwaltung überreicht. Die Unterzeichner sprechen sich gegen das Baugebiet aus. Viele Anwohner fürchten um den dörflichen Charakter Stedefreunds. Andere warnen vor immensen Verkehrsproblemen, verweisen auf fehlende Infrastruktur. Auch aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes, sprechen sich etliche Stedefreunder gegen das Vorhaben der Stadt aus.

»Dörflicher Charakter wird zerstört«

»Durch die vorgesehene Bauweise der Wohnblocks mit acht Wohneinheiten wird der dörfliche Charakter völlig zerstört«, schreibt Ute Germies. Die Verwaltung hält dagegen: »Mehrfamilienhäuser sind vor allem am Donopweg bereits vorhanden und vollständig belegt, so dass ein entsprechender Bedarf hierfür im Stadtgebiet Stedefreund sehr wohl gesehen wird«, schreibt Beigeordneter Dr. Peter Böhm in seiner Antwort.

Vorbehalte äußert Ute Germies auch gegen das geplante Regenrückhaltebecken. In das Becken würde verschmutztes Oberflächenwasser gelangen und so die Umwelt belasten. Gerade am Bachlauf des Jammertals lebten zu schützende Tiere. Die Bauverwaltung antwortet: Das geplante Regenrückhaltebecken werde nach den neuesten technologischen Richtlinien gebaut.

Ablehnung auf fünf Seiten zusammengefasst

Gleich auf fünf Seiten hat die Herforderin Marion Tanke ihre Gründe für eine Ablehnung des Bauvorhabens zusammengefasst. Unter anderem heißt es in ihrem Bürgerantrag: »Durch Blockbebauung und Sozialsiedlungsanbau würde der Werteverlust (ihres Hauses, Anm. der Red.) um ein vielfaches steigen, da der Wohnwert sinken, das Wohngebiet abgewertet und das soziale Umfeld reduziert würde.

Es käme einem Wohnen in der Stadt oder in Brake gleich, ohne die erforderliche Infrastruktur und Zentralität zu haben.« In seiner Antwort verweist Dr. Böhm auf die Entwicklung Stedefreunds in den vergangenen Jahrzehnten. Noch in den 1960er Jahren habe Stedefreund lediglich aus vereinzelten Bauernhöfen bestanden. Mit anderen Worten: Eine Erweiterung der Ortschaft habe es immer schon gegeben.

Ausschuss tagt in Gesamtschule

Mit den Anträgen und den Antworten beschäftigt sich der Ausschuss am 9. Mai. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Mensa der Gesamtschule Friedenstal (Salzufler Straße 129).

Kommentare

Das Wohngebiet werde abgewertet, und das soziale Umfeld reduziert, falls finanziell nicht so gut betuchte Menschen dorthin ziehen? Freundliche Nachbarschaft…

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