Alter Gepäcktunnel soll reaktiviert werden und zentraler Bustreffpunkt umziehen
Stadt hat große Pläne am Bahnhof

Herford (WB). Es ist eine Vision für das kommende Jahrzehnt: Die Stadt will durch die Reaktivierung des alten Gepäcktunnels zwischen Bahnhof und altem Güterbahnhof das Viertel »achter der Bahn« besser anbinden.

Mittwoch, 10.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 08:46 Uhr
Erkunden mit Handytaschenlampen den Tunnel unter dem Bahngelände: Tim Kähler, Martin Nowosad und Peter Böhm. Foto: Bernd Bexte

»Wir werden eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, wie wir auf der Rückseite des Bahnhofs mehr Gewerbe- und Parkfläche schaffen können«, sagt Bürgermeister Tim Kähler. Gerade im Dienstleistungsbereich sei die Nachfrage nach mehr Bürofläche groß. »Deshalb müssen wir was machen, das ›Denkwerk‹ kann noch viele Nachbarn bekommen.«

Das historische Güterbahnhofgebäude soll in die Planungen einbezogen werden. »Es hat Flair, und das muss erhalten bleiben«, meint Baudezernent Peter Böhm. Ein Parkhaus auf dem angrenzenden Gelände würde dem Viertel wohl ebenfalls gut stehen. »Hier hat sich ein Menge getan. Viele Menschen wohnen in diesem Bereich, der durch den Tunnel besser mit dem Bahnhof und letztlich mit der Innenstadt verbunden werden kann.«

Sieben Minuten Fahrzeit bis nach Bielefeld

Der Tunnel, der vom Bahnhof unter den Gleisen hindurch bis zum alten Güterbahnhof führt, ist Eigentum der Bahn. Bei einem Ausbau würde aber die Stadt als Investor auftreten. »Bei solchen Projekten gibt es Fördermittel«, erklärt Böhm. Das gesamte Umfeld des Bahnhofs biete hervorragende Möglichkeiten zur Stadtentwicklung, ist sich Kähler sicher. »Hier gibt es viele Flächen, auf die zu schauen es sich lohnt.« Bei einer Fahrtzeit von nur sieben Minuten zum Bielefelder Hauptbahnhof sei dieser Standort für Unternehmen und Arbeitnehmer äußerst attraktiv.

Bahnhofsmanager Martin Nowosad kennt ähnliche Pläne aus Detmold, die sich dort bereits in der Umsetzung befänden. Er dämpft mit Blick auf den zeitlichen Rahmen etwas die Euphorie. »Ein solches Vorhaben dauert bis zur Realisierung wohl ein Jahrzehnt.« Derzeit wird der Tunnel lediglich als Abstellfläche genutzt.

Busknotenpunkt vom Alten Markt zum Bahnhofsvorplatz?

Deutlich früher könnte ein anderes Vorhaben umgesetzt werden. »Noch in diesem Jahr werden wir die Entscheidung treffen, ob der zentrale Knotenpunkt der Buslinien vom Alten Markt auf den Bahnhofsvorplatz verlegt wird«, kündigt Kähler an.

Es gehe nicht nur darum, die beengte Situation mit den vielen Bussen am Alten Markt zu entschärfen. »Wir wollen eine bessere Vernetzung mit dem Bahnangebot«, sagt der Bürgermeister und verweist erneut auf die nur siebenminütige Fahrzeit bis Bielefeld. »So würde der ÖPNV für viele Menschen attraktiver.« Schließlich gehe es auch darum, große Unternehmen besser an Bus und Bahn anzubinden.

Gleis 5 wird für den RRX

Ein erster entscheidender Baustein auf dem Weg zu einem neuen ÖPNV-Konzept geht im Dezember mit dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) an den Start. Dessen Zubringerlinie 6 über Bielefeld bis Minden wird einmal stündlich pro Fahrtrichtung in Herford halten. Damit die deutlich längeren Züge hier halten können, wird der Bahnsteig 5 auf 220 Meter verlängert und der hintere Abschnitt auf die Höhe des vorderen (76 Zentimeter) angehoben.

Die Bauarbeiten laufen seit der vergangenen Woche. Zusammen mit weiteren Maßnahmen am Bahnhof (Beleuchtung, Windschutz) investiert die Bahn zwei Millionen Euro.

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