Nach Großfeuer in Herford: Sachverständiger geht von Millionenschaden aus
Eigentümer: »Ich will das Haus sanieren«

Herford (WB). Ist das Herforder Hochhaus nach dem Großbrand noch zu retten oder muss es abgerissen werden? Noch ist diese Frage unklar. Ein Sachverständiger sprach am Freitag bei einem Ortstermin von einem Millionen-Schaden.

Freitag, 05.04.2019, 21:30 Uhr
Im Keller stehen meterhoch Wasser und Löschschaum. Auch im Treppenhaus sind die Spuren sichtbar.

Eigentümer Bernd-P. Heinrich ist sich aber schon sicher: »Wir werden das Haus nicht abreißen, sondern schnellstmöglich sanieren. Das ist machbar.«

Auch Ralf Kahl, Statiker aus Borgholzhausen, hält das für möglich: »Die obere Etage muss auf jeden Fall abgetragen werden. Ich muss mir zunächst ein Bild von den Bauteilen machen und beurteilen, wie sehr Beton und Stahl durch Feuer und Löschwasser beschädigt wurden. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Haus wieder aufgebaut werden kann.«

Elke Verfürth von der Bauaufsicht äußert hingegen Zweifel: »Die Schäden sind immens. Wir werden aber in dieser Sache eng mit allen Beteiligten zusammen arbeiten.«

Dach soll mit Notabdeckung geschlossen werden

Darauf setzt auch der Hauseigentümer. »Ich hoffe, dass das städtische Bauamt uns unterstützt. Ich werde auch mit dem Bürgermeister sprechen«, kündigt Heinrich an.

Dem Bielefelder Projektentwickler (Wericon) gehört das Haus – gemeinsam mit seiner Frau. »Wir wollen, dass die Leute da so schnell wie möglich wieder reinkönnen.« Das Haus sei »bestmöglich versichert«. Ob dies auch für das Inventar der gewerblichen Mieter im Erdgeschoss gelte, wisse er nicht. »Aber mir geht es auch darum, deren Existenzen zu sichern.«

Während die Wilhelmshof Senioren-Wohnen GmbH (Löhne) Generalmieter der 15 Wohnungen ist, ist Heinrich der Vermieter der Gewerbeflächen. »Wir werden alles tun, was wir als Eigentümer machen können«, verspricht er. Zunächst werde das offene Dach mit einer Notabdeckung geschlossen. Am Freitag waren bereits Dachdecker vor Ort.

Straßen und Wege rund ums Haus gesperrt

Die Situation sei auch für ihn belastend, sagt Heinrich. »Es ist aber unglaublich, was die Einsatzkräfte hier in den vergangenen Tagen geleistet haben. Dafür möchte ich mich bedanken.«

Für weitere Untersuchungen hat die Polizei das Haus beschlagnahmt. Am Freitag durften jedoch die Mieter im Erdgeschoss Wertgegenstände aus den Räumen holen. Die Betreiber-Familie des dortigen Cafés bangt um ihre Existenz.

Um die mögliche Gefahr herunterfallender Bauteile zu minimieren, kommt es im Umfeld des Hauses es zu Straßen- Rad- und Gehwegsperrungen. Unter anderem ist die Rechtsabbiegespur Berliner Straße aus Fahrtrichtung Salzufler Straße gesperrt.

Hauseigentümer Bernd-P. Heinrich (2. von rechts) will das Gebäude erhalten.

Hauseigentümer Bernd-P. Heinrich (2. von rechts) will das Gebäude erhalten. Foto: Moritz Winde

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